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Mönchengladbach: Volksbank wächst durch die Fusion mit Meerbusch

Neue Bank in Mönchengladbach und Meerbusch : Volksbank vollzieht Fusion mit Meerbusch

Beide Vertreterversammlungen befürworten den Zusammenschluss ohne Gegenstimme. Filialen sollen dadurch zwar nicht wegfallen, doch Corona hat den Digitalisierungstrend beschleunigt. So könnte es doch noch Schließungen geben.

Die Fusion der Volksbanken Mönchengladbach und Meerbusch ist so gut wie fix. Das haben die Vertreterversammlungen beider Geldinstitute in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen. Die Fusion soll dann technisch am 24. Oktober vollzogen sein, sie gilt dann rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Die Volksbank Mönchengladbach expandiert damit weiter. In Meerbusch wird die Bank aber weiter den Namen Volksbank Meerbusch tragen. Wie schon in Willich und in Erkelenz läuft auch dieser Bereich dann als Niederlassung der Volksbank Mönchengladbach.

Wie groß ist die Volksbank künftig? Die Volksbank Meerbusch bringt gut 13.600 Kunden, 63 Mitarbeiter, fünf Filialen und eine Bilanzsumme von 306 Millionen Euro mit. Damit wächst die Volksbank Mönchengladbach jetzt auf eine Bilanzsumme in Höhe von knapp 2,3 Milliarden Euro. In 26 Filialen und sieben Selbstbedienungsfilialen arbeiten dann 460 Mitarbeiter von Erkelenz bis Meerbusch. Die Kundenzahl liegt dann bei gut 95.500. Gut 1,2 Milliarden Euro an Kundenkrediten und 1,7 Milliarden Euro an Kundeneinlagen werden betreut. Die Zahl der Mitglieder wächst mit den 5213 aus Meerbusch auf dann 31.767.

Die Chefs der Volksbank mit (v.l.): Volker Klemm, Josef Brück, Veit Luxem (Vorstandsvorsitzender), Carsten Thören und Franz Dierk Meurers. Foto: Andreas Gruhn

Wer hat was zu sagen? Der Vorstand bleibt gleich mit dem Vorsitzenden Veit Luxem sowie Franz Dierk Meurers und Josef Brück. Carsten Thören und Volker Klemm, Chefs der Volksbank Meerbusch, werden Generalbevollmächtigte und könnten auf Geheiß der Bankenaufsicht Bafin frühestens in zwei Jahren in den Vorstand aufrücken. Der Aufsichtsrat wächst auf 14 Mitglieder. Der Vorstand bleibt in Mönchengladbacher Hand, die Niederlassungen Willich, Erkelenz und Meerbusch stellen jeweils einen Stellvertreter.

Werden Filialen geschlossen? Im Zuge der Fusion jedenfalls nicht, sagt Vorstandschef Luxem. Allerdings werde ohnehin untersucht, wie sich die Zugangswege zur Bank verändern und welche Dienstleistungen Kunden auf welchem Wege abfragen. Das hat sich laut Vorstandsmitglied Josef Brück in der Corona-Pandemie deutlich geändert: „Die Besuche in Filialen haben sich sehr deutlich reduzierte, viele haben ihre Bankgeschäfte auf elektronischem Weg oder über das Servicecenter erledigt. Wir glauben, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.“ 15 Prozent der Kunden werden künftig nur noch digital den Weg zur Bank suchen, so die Erwartung. 60 Prozent beide Wege, und noch 25 Prozent nur in die Filiale kommen (heute sind es noch 45 Prozent).

Was bedeutet das für Mitarbeiter? Kündigungen wird es durch die Fusion nicht geben, allerdings sollen zehn bis 20 Prozent der Stellen durch Fluktuation und altersbedingtes Ausscheiden nicht wieder besetzt werden. „Wir haben dazu einen Sozialplan mit den Betriebsräten verabschiedet und einen einvernehmlichen Interessenausgleich getroffen“, sagt Luxem.

Gibt es eine Dividende für 2019? Die soll es geben, ein Beschluss wird aber erst im Dezember gefasst werden auf einer virtuellen Vertreterversammlung. Fünf Prozent Dividende (1,5 Millionen Euro) will das vereinte Institut aber noch in diesem Jahr ausschütten an die Mitglieder.

Wie sieht es 2020 aus? Bisher ist alles im Plan, wie Luxem sagt. Demnach liegen Zinsüberschuss (35 Millionen Euro), Provisionsüberschuss (16,4 Millionen Euro) und Betriebsergebnis (13,5 Millionen Euro) per Ende Juni nur knapp unter Plan. In der Pandemie wurden 430 Stundungen mit einem Volumen von 54 Millionen Euro gewährt, dazu 86 Förderkredite über 17 Millionen Euro vermittelt. Aber es gibt noch Unwägbarkeiten: Durch die vom Bund bis Jahresende ausgesetzte Pflicht zur Insolvenzanmeldung bei Zahlungsschwierigkeiten könnte einige faule Eier im Korb liegen, von denen heute noch niemand weiß. Dann drohen Wertberichtigungen im kommenden Jahr. „Und wir sehen durchaus auch eine Ansteckungsgefahr für gesunde Unternehmen“, warnt Carsten Thören.