Mönchengladbach: Vier Fäuste für ein Halleluja

Kolumne : Vier Fäuste für ein Halleluja

Der im Ruhestand befindliche Papst Benedikt XVI. hat aus seine vatikanische Einliegerwohnung heraus sein Nachfolger Franziskus beim Thema „Zölibat“ und damit bei ein ganzes heißes Eisen öffentlich gemaßregelt.

Das ist ungefähr so, als wenn der greise Vater sein Sohn endlich die Firma übergeben hat, aber trotzdem jeden Tag vorbeikommt und sich ins Tagesgeschäft einmischt. Wo man sich frägt: Warum ist Benedikt nicht Papst geblieben, wenn der sowieso alles besser weiß?! Dabei hatte Franziskus nur mal kurz drüber nachgedacht, der Zölibat teilweise abzuschaffen, damit auch die katholische Kirche irgendswann der Sprung ins 19. Jahrhundert schafft. Angesichts von akuter Priestermangel gar keine so schlechte Idee, denn wissenschaftlich ist längst erwiesen, dass sich die meisten Männer durchaus mit Sexualität anfreunden können. So erzürnt wie Benedikt dabei sogar von eine „pastorale Katastrophe“ spricht, könnte man fast meinen, dass er in erster Linie gegen die Abschaffung vom Zölibat ist, weil er sich jetzt selber 92 Jahre dran gehalten hat und es seine jungen Kollegen einfach nicht gönnt. Seine Argumentation ist aber eine andere: Er behauptet, dass man sich nur durch sexuelle Enthaltsamkeit voll und ganz auf sein Verhältnis zu Gott konzentrieren kann. Das klingt im ersten Moment fast vernünftig, aber räumt Benedikt damit nicht indirekt ein, dass Sex Spaß macht? Warum sollte man sich sonst davon ablenken lassen? Und die sich dadran anschließende Frage lautet: Woher will Benedikt das überhaupt wissen? Wie dem auch sei, Benedettos vorlauter Vorstoß dürfte jedenfalls nicht zwingend dazu beitragen, dass die Mitgliederzahlen seines Vereins wieder steigen.

Deutlich cleverer wäre es wohl gewesen, wenn er mit der Klimawandel und die drohende Unbewohnbarkeit von unser Planet argumentiert und gesagt hätte: Wir Priester gehen mit ein gutes Beispiel voran und setzen auch weiterhin keine Kinder in diese kaputte Welt.  

Euer Hastenraths Will