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Mönchengladbach: Viele Kranke vermeiden aus Angst vor Corona Arztbesuch

Kliniken wollen Betrieb wieder hochfahren : Viele Kranke vermeiden Arztbesuch

Die Angst, sich im Krankenhaus oder in Arztpraxen mit Covid-19 zu infizieren, sei unbegründet, sagt die Stadt. In Kliniken sind die Hälfte der Betten leer.

Die Angst, im Wartezimmer eines Arztes auf Covid-19-Patienten zu treffen, hält offenbar viele Menschen davon ab, bei Beschwerden ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Was in einigen Fällen dazu führt, dass eine dringend nötige Behandlung verschleppt wird. „Wir hatten hier auch schon zwei oder drei Patienten, denen wir noch besser hätten helfen können, wenn sie früher gekommen wären“, sagt Sebastian Baum, Geschäftsführer des Krankenhauses Neuwerk. „Meine Sorge ist, dass Menschen, die krank sind, nicht zum Arzt gehen, weil sie fürchten, dort auf Covid-19-Patienten zu treffen. Diese Angst ist unbegründet. Im Krankenhaus und bei niedergelassenen Ärzten sind die Patienten sicher. Niemand muss Angst davor haben ins Krankenhaus zu kommen, wenn er krank ist. Wir haben genügend Intensivbetten und Beatmungskapazitäten, Schutzausrüstung und Personal sind vorhanden.“

Nach Baums Kenntnisstand sind die Krankenhäuser in der Region derzeit nur etwa zur Hälfte belegt. De Stadt sprach am Montagnachmittag in einer Mitteilung von einer Belegung von „teilweise nur zu 40 Prozent“. Auch in einem Großteil der Arztpraxen sei die Zahl der Patienten spürbar zurückgegangen. Diese Entwicklung ist kein rein Mönchengladbacher Phänomen. Auch Neusser Kliniken berichteten bereits über starke Rückgänge bei Patientenzahlen, zum Teil um bis zu 70 Prozent.

Die Entwicklung war am Montag auch Thema bei einem Treffen unter anderem von Vertretern der Kliniken, der Stadt und der Kassenärztlichen Vereinigung. Dabei wurde laut Stadt vereinbart, dass die vier Mönchengladbacher Krankenhäuser ihren medizinischen Betrieb wieder schrittweise normalisieren und entsprechend hochfahren. „In der aktuellen Situation ist es sicher zu früh, Entwarnung zu geben, aber der Normalbetrieb und die Zahl der planbaren Operationen kann wieder hochgefahren werden, weil die befürchtete Welle ausgeblieben ist", gab die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung die Einschätzung der Krankenhausvertreter wieder.

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