Mönchengladbach: Vertrag mit Verbraucherzentrale verlängert

Mönchengladbach : Verbraucherzentrale bis 2023 sicher

Der Vertrag mit der Stadt über die Beratungsstelle wurde um vier Jahre verlängert.

Die Arbeit der Verbraucherberatung Mönchengladbach geht weiter. Wie die Stadt gestern mitteilte, unterzeichneten das Rathaus und die Verbraucherzentrale NRW einen neuen Vertrag über die Finanzierung der Beratungsstelle bis Ende 2022. Damit ist die Beratung in der Rheydter Bahnhofsstraße für weitere vier Jahre gesichert. Der laufende Vertrag endet im Dezember 2018. Die Kosten teilen sich Stadt und das Land NRW: Jeweils 127.000 Euro im Jahr geben beide Seiten für die unabhängige Beratung von Ratsuchenden in Mönchengladbach aus. Bisher lag der Jahresbeitrag für die Stadt bei 110.000 Euro im Jahr. Seit 1994 teilen sich Stadt und Land die Finanzierung der Verbraucherberatung in Mönchengladbach. Die Beratungsstelle in Rheydt gibt es aber bereits seit 1973.

Mittlerweile erhalten die Berater Anfragen zu Themen aus vielen verschiedenen Bereichen. Einen großen Anteil hat dabei die digitale Welt mit unerwünschten Abonnements, länger werdenden Verträgen und plötzlichen und unverhältnismäßigen Zahlungsaufforderungen. Handys, Tablets, Apps, Reader, PCs und andere digitale Technik stellen die Verbraucher vor differenzierte Anforderungen. Die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale  bieten in solchen Fällen Unterstützung. Auf Deutsch – doch häufig sitzen Kunden auch mit Übersetzer in der Beratungsstelle. Denn immer öfter kommt es auch vor, dass Flüchtlinge den Rat der Verbraucherzentrale suchten. „Dies ist unter anderem ein Gradmesser für Integration, denn man muss schließlich zunächst einmal erfahren, dass die Möglichkeit besteht, sich bei uns Rat zu holen", sagt Beratungsstellenleiter Sebastian Dreyer. „Wenn wir einmal nicht direkt helfen können, zeigen wir unseren Kunden, wo sie mit ihrem Anliegen richtig sind."

Insgesamt gab es in der Mönchengladbacher Verbraucherberatung im vergangenen Jahr 8354 Anfragen und 2000 Rechtsversorgungen. Die Fälle, in denen die Verbraucherzentrale die Kunden nicht nur beraten, sondern auch rechtlich vertreten musste, stieg im Vergleich zum Vorjahr um satte 35 Prozent an. Vieles werde rechtlich immer komplexer, und in einigen Branchen würden die Verbraucher mit ihren Anfragen kaum noch zum „Beschwerdemanagement“ der Anbieter durchkommen, sagt Dreyer.

Abzocke – ob an der Haustür oder im Internet – ist in der Verbraucherberatung immer ein großes Thema. 2017 mussten in Mönchengladbach 60 Ratsuchende, die auf betrügerische Aktivitäten hereingefallen waren, Strafanzeige stellen. Im Schnitt ein Fall aus der Rechtsberatung pro Woche. Im Kampf gegen Betrug zahle sich die gute Zusammenarbeit mit der Mönchengladbacher Polizei aus, sagt der Leiter der Verbraucherberatung. Man tausche sich regelmäßig über aktuell grassierende kriminelle Maschen aus.

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