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Mönchengladbach: Verteidiger geht nach Raser-Urteil in Revision

Gerichtsprozess : Verteidiger geht nach Raser-Urteil in Revision

Der Anwalt hält die dreijährige Haftstrafe für zu hoch.

Der Raserprozess geht in die nächste Runde. Der Verteidiger des 29-jährigen Angeklagten, der im Juni 2017 mit etwa 90 km/h über die Fliethstraße fuhr und dabei einen Fußgänger tötete, hat Revision gegen das am Dienstag vom Landgericht Mönchengladbach gefällte Urteil eingelegt. Der Anwalt hält die verhängte Strafe von drei Jahren Gefängnis für zu hoch. Er hatte eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten gefordert.  

Wie Landgerichtssprecher Fabian Novara am Mittwoch bestätigte, ging die Revision bereits kurz nach Prozess-Ende ein. Das Urteil nach dem mutmaßlichen Innenstadt-Rennen mit tödlichem Ausgang ist noch nichts rechtskräftig. Bis Ende des Monats kann unter anderem auch die Staatsanwaltschaft noch Rechtsmittel einlegen. Bevor sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigt, werden noch einige Monate vergehen. Bis dahin bleibt der verurteilte Raser auf freiem Fuß. Der 29-Jährige war nach dem Unfall zunächst wegen des Vorwurfs „Mord“ in Untersuchungshaft gegangen. Eine solche Anklage gegen den 29-Jährigen lehnte das Schwurgericht jedoch ab, weil es keinen hinreichenden Tötungsvorsatz sah. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde außer Vollzug gesetzt. Jetzt bleibt er wohl aufgehoben, bis über die Revision entschieden ist.

Gescheitert ist am Mittwoch die Revision eines Kölners gegen seine Haftstrafe für ein illegales Autorennen. Der Bundesgerichtshof wies sie ab. In diesem Fall geht es um zwei Raser. Sie waren 2015 mit bis zu 96 Kilometern pro Stunde gefahren, erlaubt war Tempo 50. Als einer der Fahrer die Kontrolle über das Steuer verlor, erfasste der Wagen eine Radfahrerin, die später starb. Das Kölner Gericht verurteilte die Raser zu Haftstrafen auf Bewährung. Der Bundesgerichtshof monierte das Aussetzen auf Bewährung, so dass die Angeklagten für zwei beziehungsweise eineinhalb Jahre ins Gefängnis mussten. Dagegen hatte einer der Männer Revision eingelegt, die abgewiesen wurde.

Beide Rennen hatten mit dazu geführt, das die Strafen bei illegalen Autorennen drastisch erhöht wurden. Das verschärfte Gesetz sieht Strafen bis zu zehn Jahren vor. Doch weder im Kölner noch im Mönchengladbacher Fall konnte es angewendet werden, weil es erst nach den Taten in Kraft trat.