Mönchengladbach: Versenkbare Poller für die Sicherheit?

Als Schutz bei Großveranstaltungen : Versenkbare Poller für die Sicherheit?

Seit den Terroranschlägen in Berlin und Nizza gelten bei Großveranstaltungen strenge Auflagen, um Menschenmengen vor Lkw zu schützen. Pfosten, die jenseits des Bedarfs im Erdreich verschwinden, könnten eine Lösung sein.

Es waren unschöne Bilder am Rande der Veilchendienstagszüge (VDZ) 2017 und 2018 in der Gladbacher Innenstadt: An den Zufahrtsstraßen mussten Sperren aus quergestellten Lkw und Containern aufgebaut werden. Seit den Terroranschlägen auf den Berliner Weihnachtsmarkt und in Nizza, als Männer mit Lkw in Menschenmengen fuhren, gelten bei Großveranstaltungen höhere Sicherheitsanforderungen: Karnevalszug, Weihnachtsmarkt, Kirmes – für Veranstalter ist das jedes Mal ein organisatorischer Kraftakt.

In Düsseldorf wurden deshalb große Klötze aus Beton installiert. Dass das keine dauerhafte Lösung sein konnte, war klar – nicht nur aus ästhetischen Gründen. Jetzt wird diskutiert, dort versenkbare Poller zu installieren. Das Charmante: Sie können bei Bedarf hochgefahren werden, ansonsten sind sie unsichtbar, der Straßenraum kann normal genutzt werden.

Auch in Mönchengladbach ist das ein Thema, wie Stadtsprecher Wolfgang Speen auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Über „versenkbare Poller“ werde innerhalb der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Sicherheit im öffentlichen Raum“ eingehend diskutiert. Der AG gehören Mitarbeiter von Ordnungs- und Baubehörden an. Bernd Gothe, Organisator des VDZ, begrüßt prinzipiell solche Poller. „Sie sind sinnvoll, geben ein Gefühl der Sicherheit und wirken auf potenzielle Attentäter abschreckend.“ Allerdings seien die Kosten verhältnismäßig hoch, es rechne sich aber, weil dauerhaft unterschiedliche Großveranstaltungen profitierten.

Was wären sinnvolle Standorte? Bisher gibt es nur Überlegungen. Aber solche Poller könnten den Angaben der Stadt zufolge am Alten Markt im Bereich von Neustraße und Rathausstraße sowie im Bereich Marktstieg sinnvoll sein. In Rheydt sind es rund um den Marktplatz die Marktstraße sowie die Hauptstraße/ Brucknerallee und Hauptstraße/Friedrich-Ebert-Straße, wo Standorte sein könnten.

Was sind die Vorteile, was die Nachteile versenkbarer Poller? Positiv sei, dass es diese Poller in allen erdenklichen Ausführungen gebe, so Stadtsprecher Speen. Das reiche bis zu panzerstoppenden Sperren. Allerdings entstehen einmalige Kosten für Anschaffung und den Einbau sowie dauerhafte Kosten für die Wartung. Es werde eine gewisse Tiefe (je nach Art der Versenkung und Anforderung an die Stabilität) für den Einbau benötigt, die nicht überall möglich ist – beispielsweise bei vorhandenen Kanälen oder über der Tiefgarage unter dem Rheydter Marktplatz.

Was würde das kosten? Weil die Pläne noch nicht konkret sind, sind auch die Kosten zurzeit noch nicht bezifferbar. Ein versenkbarer Poller kann laut Speen 10.000 Euro oder auch 100.000 Euro kosten – je nach Größe, Ausführung und Sicherheit. „In der AG werden diese Punkte erörtert“, so der Sprecher.

Gibt es bereits versenkbare Poller in Mönchengladbach? Nur im Bereich des Alten Marktes wurden laut Speen vor Jahren solche Poller eingebaut, die seien allerdings nicht mehr funktionstüchtig.