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Mönchengladbach: Veganer demonstrieren gegen Projekt "Schwein gehabt"

Bei Diskussion in Mönchengladbach : Veganer-Demo gegen Projekt „Schwein gehabt“

In der Jugendkirche wurde über Schlachtung und Nutzung von Tieren gesprochen. Und es konnten verzehrfertige Teile des Schweins Frieda bestellt werden. Demonstranten kritisierten das Projekt.

Demonstranten am Adenauerplatz machten mit Plakaten deutlich, was sie von der Veranstaltung „Ran an den Speck“ hielten, die gegenüber in der Jugendkirche St. Albertus stattfand. Bei der wurde über das Projekt „Schwein gehabt“ informiert, das die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Kooperation mit den Katholikenräten der Regionen Heinsberg und Mönchengladbach durchführt. Von der Erzeugung bis zur Verwertung begleitet es den Lebensweg des Schweins Frieda. Bei dieser fünften Veranstaltung des Projekts ging es um Schlachtung und Vermarktung. „Tiere sind keine Ware“, meinten die Demonstranten und nannten Schlachtung Tiermord.

Frieda wuchs auf dem Stautenhof in Anrath als Bioschwein auf und wurde inzwischen geschlachtet. Bei dem Treffen in der Jugendkirche konnten verzehrfertige Teile von Frieda bestellt werden. „Ausgangspunkt unserer Bildungsveranstaltung ist der Umgang mit dem Nutztier, das wir als Nahrungsmittel verwenden“, sagte Katz Hans-Peter Katz vom KAB-Diözesanverband Aachen. Und: „Wir dürfen das Lebewesen nicht nur als Stück Fleisch ansehen. Fleisch darf keine Sättigungsbeilage sein, sondern ein besonderes Nahrungsmittel.“ Katz ist mit Blick auf Frieda mit sich im Reinen. Das Schwein habe auf dem Stautenhof ein Leben unter guten Bedingungen gehabt und sei stressfrei aufgewachsen.

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„Fleisch ist ein Lebensmittel, für das ein Tier stirbt“, sagt auch Niko Lales, Mitarbeiter der Metzgerei Stautenhof. Massentierhaltung und industrielle Schlachtbetriebe sorgten zwar für „billiges Fleisch“, aber nicht für ein Genussmittel. Er sieht den Fleischverzehr als unabdingbar ab. Fleisch liefere das für den Menschen wichtige Vitamin B12. Wer auf Fleisch verzichtet, werde irgendwann den Mangel spüren.

Anders als auf dem Stautenhof ist Peter Dreßen, Fleischermeister und Inhaber der Fleischerei Hoever in Rheydt, darauf angewiesen, Schweinehälften geliefert zu bekommen, die er in seinem Betrieb zerlegt. Eine Hausschlachtung sei in der Stadt nicht möglich. Der Kunde sollte sich Gedanken machen, was er zu sich nimmt und dann „genießen“, so sein Rat.

Man habe es in Deutschland dank eines geschickten Marketings geschafft, das Stück Fleisch vom Tier zu trennen, beklagte Lales. Der Mensch müsse wieder den Wert erkennen und das Tier, das für ihn sterben muss, wertschätzen. „Wie viel ist mir Fleisch wert?“, fragte Katz in die Runde und gab selbst die Antwort: Das müsse jeder für sich selbst entscheiden.

Über andere Verwertungen von Schweinen informierte Elisabeth Laumanns. In kosmetischen Produkten finden sich Bestandteile von Schweinen ebenso wie in Seifen. Lederwaren und medizinischen Produkten.

Bei der nächsten Projekt-Veranstaltung am 22. Juni geht es ab 19 Uhr in der Jugendkirche um die Produktionsbedingungen in Großbetrieben.