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Mönchengladbach: Vater-Sohn-Gespann aus Rheydt nimmt Corona-Song auf

Teilnahme an Musikwettbewerb : Vater-Sohn-Duo aus Mönchengladbach singt zur Pandemie

Mit einem selbstgeschriebenen Song über die Corona-Krise nehmen Markus Blänkner und Nils Müller an einem Musik-Wettbewerb teil. Das Mönchengladbacher Vater-Sohn-Gespann macht schon lange Musik, nun haben die beiden zum ersten Mal ein Video aufgenommen.

Ein Mann mit Cowboyhut und einer Gitarre in der Hand setzt sich auf einen Stuhl. Er beginnt zu spielen, weitere Instrumente setzen ein. Ein Junge, bewaffnet mit einem Mikrofon, tritt dazu. „Running down the street I got the virus at my heels“, singt er.

Markus Blänkner, der Mann mit dem Cowboyhut, hat einen Song über die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen geschrieben. Mit „Flattening the Curve“ nimmt er gemeinsam mit seinem Sohn Nils Müller an einem Wettbewerb des Music Stores in Köln teil. Als erster Preis winkt ein Auftritt beim Deutschen Rock und Pop Preis. Der von der Deutschen Popstiftung ausgeschriebene Preis wird jährlich an Musiker aus über 100 stilistischen Feldern vergeben.

„Ich bin seit Jahren Kunde beim Music Store und habe über den Newsletter mitbekommen, dass Songwirter und Duos gesucht werden, die bei sich zu Hause einen Song aufnehmen“, erzählt Blänkner. Daraufhin sei ihm der Song eingefallen. „Ich habe mich abends hingesetzt und ihn aufgeschrieben. Das hat so sieben Minuten gedauert.“ Auch der Rest des Musikvideos sei in kurzer Zeit entstanden, innerhalb einer Woche.

Eine thematische Vorgabe für den Song gab es beim Wettbewerb nicht. Das Thema „Corona“ sei jedoch „naheliegend“ gewesen, so Blänkner. Die Kriterien waren vielmehr, dass es ein aktueller Song sein sollte, der zu Hause aufgenommen wurde. „Es sollte etwas sein, was noch nicht veröffentlicht wurde“, erklärt Nils Müller.

Der 16-Jährige singt den Song und hat auch die Idee für das Video gehabt. Die sei ihm gekommen, als er im Speicher des Wohnhauses die Wäsche aufgehängt habe. „Da habe ich gesehen, wie vor dem Fenster durch das Licht Staub aufgewirbelt wurde. Das hat mich zu diesem Western-Look inspiriert“, erzählt Nils. Deswegen wurde schließlich auch dort oben gedreht. „Mir gefiel das erst gar nicht, weil es da oben so warm war“, sagt Markus Blänkner. Leiden für die Kunst eben. Dabei hatte er sich das Video zunächst anders vorgestellt: „Anfangs hab ich gedacht, wir setzen uns im Schmölderpark auf eine Decke und nehmen es da auf.“ Die Familie wohnt nicht weit von dem Park entfernt und kommt im Sommer oft dorthin, auch zum Musikmachen. „Der Park ist die schönste Ecke in Mönchengladbach“, sagt Nils. Im fertigen Video ist er auf einzelnen Aufnahmen auch zu sehen.

Der Videodreh war eine neue Erfahrung für das Vater-Sohn-Gespann. „Es war einfach experimentell“, urteilt Nils Müller. Die Musik steckt ihnen hingegen schon lange im Blut. Mit elf oder zwölf Jahren hat Markus Blänkner angefangen, Musik zu machen. „Zeitgleich hat mein Vater mir eine E-Gitarre vom Sperrmüll mitgebracht.“ Mittlerweile spielt er noch weitere Instrumente – in „Flattening the Curve“ Gitarre, Bass, Percussions, E-Orgel und Mundharmonika. Sohn Nils wiederum hat schon im Kindergarten angefangen zu singen, schon früh hätten seine Eltern sein Talent bemerkt, sagen sie. Die Leidenschaft für Musik liegt eben in der Familie. Auch Mutter Anne Müller singt im Chor und hat ihre beiden Männer beim Videodreh unterstützt.

Nun will das Duo schauen, wie weit sie es in dem Wettbewerb schaffen. Anfangs habe es über 300 Einsendungen gegeben, erzählt Markus Blänkner, „80 wurden dann von einer Jury ausgewählt“. Nun liegt es an den Zuhörern, zu entscheiden, wer den ersten Platz gewinnt. Wie hoch ihre Chancen sind, können die beiden nicht einschätzen. Das sei aber auch nebensächlich, versichern sie. „Es geht ja gar nicht um den Erfolg“, sagt Nils. „Es war einfach schön, an so einem Projekt zu arbeiten.“ Besonders die Zusammenarbeit mit seinem Vater habe ihm viel Spaß gemacht.

Und auch der Dreh des Musikvideos habe ihnen gefallen. „Das war das Erste, was wir in so einem öffentlichen Rahmen gemacht haben“, sagt Nils. Und sie haben beide Gefallen daran gefunden. „Es war das erste Musikvideo. Aber vielleicht machen wir noch mehr demnächst“, sagt Markus Blänkner.