Mönchengladbach: Urteil für 19-Jährigen nach Schlägerei nach Borussia-Spiel

Urteil in Mönchengladbach : 19-Jähriger muss wegen Schlägerei nach Borussia-Spiel mehrere Jahre ins Gefängnis

Wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung nach einem Borussia-Spiel musste sich ein 19-Jähriger vor dem Gericht verantworten. Nun wurde das Urteil verkündet, das Gericht sah die Vorwürfe weitestgehend als erwiesen an.

Ein 19-Jähriger muss für einen brutalen Angriff für vier Jahre und zehn Monate in Haft: Vor Gericht hatte der Mann zugegeben, einen 56-Jährigen, der sich mit seinem Schwiegersohn und einem Bekannten nach einem Fußballspiel auf dem Heimweg befand, aus dem Lauf und Sprung heraus mit ausgestreckter Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Der 19-Jährige wurde wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Dem Angriff war eine Auseinandersetzung zwischen einem anderen Mann aus der Gruppe des Angreifers und der Fangruppe um eine Zigarette vorausgegangen.

Der Verteidiger hatte zwei Jahre auf Bewährung gefordert. Die Kammer folgte in ihrem Urteil jedoch der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte in ihrem Plädoyer von einem nichtigen Grund für den Angriff gesprochen: Das spätere Opfer habe den Angreifer angeguckt, daher habe dieser zugeschlagen. Dass der Angreifer nach diesem einen Schlag, bei dem das Opfer zu Boden fiel, „nichts mehr gemacht“ habe, wie er selbst erklärt hatte, wollte ihm die Kammer nicht abnehmen: „Wir gehen davon aus, dass er weiter auf das Opfer eingewirkt hat.“ Zeugen hatten berichtet, dass der 19-Jährige auch dann noch auf den Älteren einschlug, als dieser bereits auf dem Boden lag.

Das Opfer erlitt bei dem Angriff ein schweres, offenes Schädel-Hirn-Trauma sowie schwere Verletzungen am linken Auge, die zu einer dauerhaften Erblindung führten. Am letzten Tag der Verhandlung stimmte der Angeklagte einem Vergleich zu und verpflichtete sich, dem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 95.000 Euro zu zahlen. Dies sowie sein teilweises Einräumen der Tat legte die Kammer positiv für den Angeklagten aus. Auch habe sich der Tötungsvorsatz, wie noch in der Anklage vermerkt, nicht bestätigen lassen. Der Schlagring, den der Angreifer laut Zeugen bei seinem Angriff getragen haben soll, wurde entlang des Fluchtwegs des 19-Jährigen nicht gefunden, und auch die Zeugen konnten sich nach ihren polizeilichen Aussagen unmittelbar nach der Tat nun vor Gericht nicht mehr sicher an diesen erinnern.

„Doch auch ohne den Schlagring war es ein Grenzfall und gefährlich“, so der Vorsitzende Richter Lothar Beckers in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte sei mit besonders großer Wucht vorgegangen, als er den älteren Mann angriff. Das Fallen und Aufschlagen des Opfers mit dem Kopf auf den Asphalt sei „abstrakt lebensgefährlich“. Ein zweiter Angeklagter wurde wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.