Schlosskonzert in Mönchengladbach Umjubelter Konzertabend im Schloss

Mönchengladbach · Das bekannte Morgenstern-Trio mit seiner temperamentvollen Pianistin begeisterte das Publikum im Rittersaal. Am Ende widmeten sich die Musiker noch einer Herkulesaufgabe.

 Ausverkauft war das Kammerkonzert mit dem Morgenstern -Trio im Rittersaal.

Ausverkauft war das Kammerkonzert mit dem Morgenstern -Trio im Rittersaal.

Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

Das Morgenstern-Trio, eines der besten deutschen Klaviertrios, das sich darüber hinaus internationaler Reputation erfreut, begeisterte das Publikum anlässlich des zweiten Schlosskonzertes im ausverkauften Rittersaal.

Pianistin Catherine Klipfel, die neben ihrer solistischen Tätigkeit auch an der Folkwang-Hochschule in Essen lehrt, Geiger Stefan Hempel, Professor an der Musikhochschule Rostock, und Cellist Emanuel Wehse, der in Kassel lehrt, musizieren schon seit vielen Jahren zusammen. So genossen die Zuhörer reife Interpretationen, die inhaltliche Durchdringung fast unmerklich mit höchstem technischem Vermögen verschmelzen ließen.

Die temperamentvolle Pianistin wirkte fast unmerklich als Motor des Ensembles, ihre Partner wetteiferten miteinander, ihre Instrumente so tonschön wie eben möglich singen zu lassen. Selbst harsche Passagen, die die Musiker ebenfalls lustvoll und mit vollem Einsatz auskosteten, wirkten niemals vergröbert.

Clara Schumanns Klaviertrio g-Moll op.17, ein Werk, dessen Gehalt unschwer an die kompositorischen Qualitäten ihres Gatten Robert heranreicht, genossen Interpreten und Publikum gleichermaßen in all‘ seinen kostbaren Facetten. Wieder einmal wurde deutlich, dass Clara zu Unrecht ein Schattendasein führt.

Darauf folgte eine fast den Atem raubende, fesselnde Wiedergabe des 1886 entstandenen Klaviertrios Nr.3, c-Moll op.101 von Johannes Brahms, über das Clara Schumann ihrem Freund  jene treffende Widmung schrieb: „Welch ein Werk ist das! Genial durch und durch in der Leidenschaft, der Kraft der Gedanken, der Anmut und der Poesie“.

Einer Herkulesaufgabe widmeten sich die Morgensterns mit frappierendem Erfolg zum Schluss – dem  vom Komponisten Theodor Kirchner (1823-1903) für Klaviertrio bearbeiteten Brahms-Sextett G-Dur op.36. Obwohl Dichte und Wucht bei diesem Opus in hohem Maße vonnöten sind, vernachlässigten die vorbildlich harmonierenden Musiker auch hier niemals die Durchhörbarkeit.

Ein großer, umjubelter Konzertabend.