Mönchengladbach trauert um Manfred Schmitz, den „Kamelle-Baron“

Persönlichkeit aus Mönchengladbach : Trauer um Manfred Schmitz, den „Kamelle-Baron“

Manfred Schmitz ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Sein Lebenswerk: der Handelshof. Bekannt war er auch durch sein Wirken im Karneval.

Manfred Schmitz war ein Mann der ersten Stunde, sein Lebenswerk hat einen Namen in Mönchengladbach: Handelshof. Er war schon 1963 dabei, als der Handelshof in Mönchengladbach als dritte Filiale der Kette öffnete, damals noch Am Steinberg. Zwei Jahrzehnte war er Vertriebsleiter der gesamten Gruppe, war am Aufbau der Filialen in Schwerin, Güstrow, Hamburg, Lüneburg und Stade beteiligt, und er kam 1999 beruflich zurück in seine Heimatstadt: Er übernahm bis zum Beginn seines Ruhestands im Jahr 2004 als Betriebsleiter den Handelshof, der inzwischen am Rönneterring beheimatet ist. Dem Handel neue Geschäftsfelder zu eröffnen und schneller als andere auf die Entwicklungen zu reagieren, war eine seiner großen Leistungen. Nun ist Manfred Schmitz im Alter von 80 Jahren gestorben.

Schmitz war nicht nur leidenschaftlicher Kaufmann, er war auch Karnevalist mit Leib und Seele, wenn auch spät berufen. 1997 wurde er nach seiner Wahl zum Pulvermeister Mitglied der Großen Gladbacher Prinzengarde und war acht Jahre stellvertretender Vorsitzender der Garde – eine Zeit, in der er einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der Garde geleistet hat. Als Pulvermeister machte er auf der Bühne gerne jeden Klamauk mit. Und Schmitz war es, der das Brauchtum auch in den Handelshof brachte. Er machte in seiner Zeit als Chef des Hauses im Winter aus dem Großmarkt eine „Kamellebud“, in der sich nicht nur das jeweilige Karnevalsprinzenpaar, sondern auch die Karnevalsgesellschaften reichlich eindeckten für die Session und die Züge. Das brachte ihm unter den Jecken der Stadt den liebevollen Spitznamen „Kamelle-Baron“ ein. Zwischenzeitlich wurde auch der Prinzenpaar-Empfang im Casino des Großmarktes gefeiert. Das Fischessen am Aschermittwoch findet dort noch heute statt. Schmitz war dem Brauchtum und dem Handelshof verbunden, aber in erster Linie den Menschen.

 „Seine Mitarbeiter haben ihm die Eigenschaften menschlich und sozial verliehen. Dafür gibt es in den Jahrzehnten unzählige Beispiele“, sagte Joachim Potrykus, Schmitz’ Nachfolger, 2004 bei der Verabschiedung seines Vorgängers in den Ruhestand.

(angr)
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