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Mönchengladbach: Trauer um Koch & Gastronom Amelsan Thevarajah

Nachruf aus Mönchengladbach : Trauer um Koch und Gastronom Amelsan Thevarajah

Die Nachricht hat Stammgäste und die Gastronomie-Szene erschüttert: Der Chef, Koch und Namensgeber des Rheydter Restaurants „Amelsan kocht“ ist überraschend gestorben.

Wer im „Amelsan kocht“ mitten in der Rheydter Fußgängerzone essen war, konnte sich eines besonderen kulinarischen Erlebnisses sicher sein. Marinierte Scheiben rohen Fischs bekamen Wasabi-Eis als Begleitung, Garnelen wurden in knusprige Mäntel gepackt, ein paar Krümel am Tellerrand konnten überraschende Geschmacksnuancen aktivieren, der traditionelle Sri-Lanka-Linsen Dhal traf auf Mediterranes. Für Mönchengladbach und insbesondere für Rheydt war das kleine Restaurant ein Imageträger. Dort konnte man leicht erfahrene Feinschmecker zum Staunen bringen.

Das ist jetzt vorbei. Stammgäste und die Gastronomie-Szene trauern um den Chef, Koch und Namensgeber Amelsan Thevarajah. Überraschend ist der 37-Jährige am 20. Mai 2022 gestorben. Bereits am darauffolgenden Wochenende verbreitete sich die traurige Nachricht, zunächst als Gerücht. Inzwischen ist sie bestätigt.

 Amelsan Thevarajah  war ein Perfektionist, ein Abenteurer, ein Kreativer.
Amelsan Thevarajah war ein Perfektionist, ein Abenteurer, ein Kreativer. Foto: Fabio Borquez

„Er war ein unglaublicher Mensch“, sagt sein Bruder Juvan Thevarajah. „Er hat mir das Kochen beigebracht.“ Dabei hat Amelsan selbst nie eine Kochausbildung gemacht. Im Alter von 14 Jahren begann er, in der Küche seines Onkels, der damals das Restaurant „Die Laube“ hatte, zu arbeiten. Später arbeitete er in verschiedenen Restaurants und reiste, um die Küchen und Geschmäcker anderer Länder kennenzulernen. Besonders die Aromen Asiens hatten es ihm angetan. Bevor er 2018 sein eigenes Restaurant eröffnete war er Chefkoch im „Kult & Genuss“.

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Geboren wurde Amelsan Thevarajah in Jaffna – eine Stadt in Sri Lanka. Im Alter von sechs Monaten kam er mit seinen Eltern nach Mönchengladbach. Hier wuchs er auf und gründete eine Familie. Er hinterlässt vier Töchter im Alter von einem bis zehn Jahren.

Die Liebe zum Kochen brachte ihm seine Mutter nahe. „Was du in der Küche deiner Mutter mitbekommst, begleitet dich dein ganzes Leben“, sagte er immer, wenn er über seine kulinarischen Wurzeln sprach. Er war ein Perfektionist, ein Abenteurer, ein Kreativer, ein Künstler und ja, ein Wahnsinniger, wenn es um die Qualität seiner Küche ging. Da machte er keine Kompromisse.

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Neben gutem Essen liebte er die schönen Dinge des Lebens: Design, Mode und Musik. Er träumte davon, einmal in einem Maserati Shamal zu fahren, sein absolutes Traumauto.

Wie es nun mit seinem Restaurant „Amelsan kocht“ weitergeht, ist noch nicht entschieden. Offen ist auch, wie es Kostenpflichtiger Inhalt in einem Teil der Markthalle weitergeht, die in einigen Monaten auf dem Kapuzinerplatz eröffnen soll. Amelsan Thevarajah sollte mit seiner Küche eine Fläche gastronomisch bespielen. „Es ist jetzt noch zu früh, Gespräche, auch mit der Familie, laufen“, sagt Markthallen-Geschäftsführer Holger Brinkmann-Sahm.