Mönchengladbach: Töpfermarkt an Schloss Rheydt

Töpfermarkt : Keramikkünstler umlagern Schloss Rheydt

An 50 Ständen ließ sich beim Töpfermarkt das breite Spektrum des Keramik-Handwerks bewundern. Allerdings lockten am Eingang auch süße Versuchungen die Besucher.

Oberhalb der Turnierwiese bereitete das Pralinenhäuschen einen süßen Empfang zum 16. Töpfermarkt auf Schloss Rheydt. Wer die 50 Stände mit einer bunten Vielfalt an Kunsthandwerk, nützlichen und kuriosen Dingen erkunden wollte, konnte sich erst einmal mit schokoladigen Versuchungen stärken. Vermutlich wegen der Wetterlage und der Sommerferien lief der Besuch am ersten Tag viel gemächlicher an als in früheren Jahren. Insgesamt aber zeigten sich Christian Spormann und Silvia Meisen vom Museum Schloss Rheydt zufrieden. „Wir haben in diesem Jahr alles ein wenig entzerrt, damit die Aussteller großzügige Flächen haben. Dadurch sind allenfalls drei  oder vier Stände weniger da als in früheren Jahren“, sagte Christian Spormann.

Silvia Meisen gefiel insbesondere die entspannte, beinahe familiär anmutende Atmosphäre, da sich viele Aussteller von früheren Töpfermärkten kennen. Die Besucher entdeckten unter den 50 Keramikschaffenden vertraute Gesichter wie auch neue Anbieter.

Zu den bekannten Keramikerinnen zählte Maria Wieding-Kalz, die zum zehnten Mal auf der Turnierweise eine Auswahl beeindruckend schöner Schalen und Platten feilbot. Sie arbeitet bevorzugt mit geometrischen Mustern, denen sie häufig über Farbgebung und Verjüngung eine schwungvolle Bewegung verleiht.

Am Nachbarstand strahlten Kornelia Jockenhöfers Keramiken die Anmutung natürlicher Erosion aus. In Struktur und Formgebung wirken sie von Meer und Wind geprägt. Eine Patina längst vergangener Zeit scheint sich über Gefäße und Schalen des Niederländers Job Heykamp zu legen, der in Schichten und mit Holzasche arbeitet.

Auf dem Wall bot Tatjana Vodopyan „Keramik für gute Laune“ an.  Witzig sind ihre Figuren der Operndiven und -sänger sowie eine ironische Version des Katzenjammers in Form singender Kätzchen. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bestimmen bunte Vasen mit grafisch anmutendem Dekor. Aus der Distanz wirken sie flächig, doch aus der Nähe entfalten sie überraschend die tatsächlich gegebene Dreidimensionalität.

Ihr tänzerischer Schwung fand nur wenige Meter weiter seinen Kontrast in Sabine Martins Keramikobjekten, die an gefaltetes Papier denken lassen. „Pflücken erlaubt“ forderte eine Tafel inmitten Marlene Aretz’ Keramikblumen auf, auszuwählen aus einer Vielfalt, in Form- und Farbgebung so bunt wie die Blumenwelt. Zwischen naturalistisch nachempfundenen Blüten fanden sich spielerische Varianten, wie die Erdbeerkinder.

Ein gedämpftes Rot, das der norddeutschen Ziegelarchitektur gleicht, prägt den Großteil von Peter Tauberts Keramiken aus rotem Ton. „Der rote Ton ist heute nicht mehr so gebräuchlich. Die meisten nehmen weißen“, sagte der Diplomkeramiker zur Farbgebung.  

Peter Covaci gab den Besuchern die Möglichkeit, selbst tätig zu werden. Er bot für den Gartenbereich hochgebrannte Objekte an, die im Verzicht auf eine Glasur an die Oberfläche von Steinen denken lassen. Mit Schwemmholz und Steinen vom Rheinufer kombinierte er einen Teil seiner Arbeiten zu Skulpturen mit dem Angebot an Interessenten, ebenso eigene Plastiken zu kombinieren.

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