Mönchengladbach: Therapie im Gesundheitszentrum Savita

Mönchengladbach : Eine Muskel-Nachhilfestunde im Gesundheitszentrum

Schräge Bauchmuskulatur? Bizeps, Trizeps, Rückenmuskeln, Po-Muskulatur? Für viele Menschen sind das Unbekannte. Sie werden auf die Muskeln erst aufmerksam, wenn der Körper streikt. Im Gesundheits- und Bewegungszentrum von Savita in Neuwerk widmen sich die Therapeuten intensiv den Muskeln und den körperlichen Beschwerden.

Acht Physiotherapeutinnen, fünf Sportwissenschaftler und zwei Ernährungsberater stehen bereit, den Interessierten die Trainingsgeräte und deren Einsatzmöglichkeiten sowie die Kursangebote zu erläutern. Und um ihnen die Sportgeräte zu zeigen, die dem Ungeübten ein klein wenig wie Folterinstrumente vorkommen. Bei den Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern sind alle Muskeln an ihrem Platz und tun ihre Dienste perfekt. Bei anderen fördert die Schnupperei zu Tage, dass viel getan werden kann.

Da ist der Slingtrainer: Ein wenig erinnert er mit seinen langen Schlaufen an Spielzeug für Affen im Käfig. Man schiebt seine Arme in die Schlaufen, lässt sich wohltuend hängen – aber bevor es allzu gemütlich wird, beginnen die Übungen. So etwas wie Liegestütze im Hängen, Kniebeugen – schon cool, auch wenn es anstrengend ist.

Aber wer hat gesagt, dass Sport nicht anstrengend ist? Und außerdem geht es nicht um Sport allein. „Wir machen ein Gesundheitstraining“, betont Physiotherapeutin Katharina, „das engmaschig betreut und entweder krankheitsbezogen oder präventiv ist.“

Die Kettle Bells soll ich schwingen lassen – geht sogar ganz gut. Der Rückentrainer baut Widerstand in beide Bewegungsrichtungen auf. „Das“, erläutert die Therapeutin, „ist der Unterschied zum herkömmlichen Fitnessstudio: Unsere Geräte arbeiten in beide Bewegungsrichtungen.“ Ein weiterer Unterschied: Hier werden keine Muskeln „aufgepumpt“, sondern Krankheiten vorgebeugt beziehungsweise die nach Operationen entstandenen Defizite gezielt beseitigt.

Jeder, der hier trainieren möchte, wird zuerst auf Leib und Nieren geprüft: Am Kardioscan werden Herz und Kreislauf kontrolliert, am Bodycheck die Verteilung des Körperfetts und die Qualität der Muskeln untersucht. Daraus ergibt sich dann der Trainingsplan, der – auf einem Chip gespeichert, der wiederum in die Geräte gesteckt wird – automatisch die Übungen einstellt. „Nur trainieren muss man noch selbst“, erklärt die Physiotherapeutin lachend. Regelmäßig wird geprüft, welche Ergebnisse die Übungen erzielt haben und diese gegebenenfalls angepasst.

Eine Besonderheit für Rückengeschädigte sind die speziellen Geräte für die Rückengesundheit. Ein Sensor fühlt, ob man alles richtig macht. Gepfuscht werden kann nicht. Die Therapeutin beteuert: „Wenn man die Erfahrung gemacht hat, wie die Geräte helfen, dann freundet man sich auch mit ihnen an.“ Und irgendwie mag man ihr uneingeschränkt Glauben schenken. Denn es funktioniert. Die Stimmung ist gut an diesem Sonntagmorgen. Menschen, die sich für das Training interessieren, kommen ebenso vorbei wie jene, die schon lange in Behandlung oder in Kursen sind. Viele loben die freundliche Atmosphäre. Man kennt sich, es wird viel gelacht.

Savita ist eine Tochtergesellschaft des Krankenhauses Neuwerk, das eng mit diesem zusammenarbeitet. Neben den Geräten kann man hier an Kursangeboten wie Pilates, Rehabilitationssport oder Ernährungsberatung teilnehmen.

(b-r)
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