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Mönchengladbach: Tausende Unternehmen wählen neue IHK-Vollversammlung

IHK-Vollversammlung in Mönchengladbach : Die Wirtschaft wählt ihr Parlament

Im September wählen rund 76.000 Unternehmen aus der Region die neue IHK-Vollversammlung. Allein aus Mönchengladbach treten 31 Kandidaten aus der Wirtschaft an. Dann geht es auch um einen neuen Präsidenten.

Der Wahlkampf in der Mönchengladbacher Wirtschaft hat begonnen. Wobei diese Abstimmung nichts mit der Bundestagswahl im September zu tun hat. Rund 15.000 Wahlberechtigte in Mönchengladbach wählen nämlich ebenfalls im September gemeinsam mit den Unternehmern aus Krefeld, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen die neue Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Das ist nichts weniger als das Parlament der regionalen Wirtschaft und das bedeutendste Organ in der IHK. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten vor diesem Wahlgang.

Wer wird gewählt?

Insgesamt werden 70 Vertreter für die Vollversammlung gesucht, wobei sich 105 Kandidaten haben aufstellen lassen. Sie treten in zwölf Wahlgruppen an, die wiederum die unterschiedlichen Branchen repräsentieren. Das sind Stahl-, Metall- und Elektroindustrie (sieben Sitze), Chemie- und Kunststoffverarbeitungsindustrie, Energie (sieben Sitze), Bauindustrie (drei Sitze), Industrie mit Textil- und Bekleidungswesen (fünf Sitze), Groß- und Außenhandel (13 Sitze), Einzelhandel und Kfz-Gewerbe (neun Sitze), Verkehr (vier Sitze), Immobilienwirtschaft (drei Sitze), Kreditinstitute und Versicherungen (vier Sitze), Hotel- und Gaststättengewerbe (zwei Sitze), Informations- und Beratungsdienstleistungen (sechs Sitze), Dienstleistungen (elf Sitze).

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Wer kandidiert aus Mönchengladbach?

Insgesamt 31 Kandidaten aus der Stadt haben sich aufstellen lassen. „Wir sind dankbar, dass sich Unternehmen für ein solches Ehrenamt zur Verfügung stellen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Mit dabei sind etwa der neue Sparkassen-Vorstandschef Antonius Bergmann, IHK-Vizepräsident Claus Schwenzer, Aunde-Chef Rolf Königs, Norbert Miller (Scheidt & Bachmann), NEW-Vorstand Frank Kindervatter oder auch Beate Gothe (Gothe Edelstahl). Interessant sind auch diese beiden Kandidaturen: Hartmut Wnuck war bisher IHK-Vizepräsident kann für die Stadtsparkasse nicht mehr antreten, er ist schließlich in Rente gegangen. Aber er kandidiert dennoch für die Korschenbroicher Sinarty GmbH. Und auch der CDU-Fraktionschef im Stadtrat, Hans Peter Schlegelmilch, kandidiert für die Brain of Materials AG. Aber auch kleinere Unternehmen schicken Kandidaten, so etwa Carmen Stappen vom Liedberger Gasthaus Stappen. „Wir haben insgesamt eine gute Mischung der Branchen und Größenklassen der Unternehmen“, sagt Steinmetz. 24 Kandidaten kommen aus Krefeld, 32 aus dem Rhein-Kreis Neuss und 18 aus dem Kreis Viersen. Alle Kandidaten stellen sich online vor unter www.2021-ihk-wahl.de.

 IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz Foto: Isabella Raupold (ikr)

Warum ist diese Wahl wichtig?

Die IHK-Vollversammlung legt in ihren Zusammenkünften nicht nur die wesentlichen Leitlinien der Arbeit der IHK und entscheidet über grundsätzliche Fragen für die gewerbliche Wirtschaft (das Handwerk also ausgenommen, das hat seine eigene Kammer). Das IHK-Parlament entscheidet aber auch über das Budget und die Höhe der Beiträge und Gebühren. Und es wählt in seiner konstituierenden Sitzung im Februar das neue Präsidium. IHK-Präsident Elmar te Neues aus Krefeld könnte dann sogar noch einmal ins Amt gewählt werden. Denn der bisherige regionale Proporz, wonach sich die drei Regionen Krefeld, Mönchengladbach und Neuss turnusgemäß abwechseln bei der Präsidentschaft, ist abgeschafft. „Wir haben einen regionalen Blick und denken nicht entlang der Kirchtürme“, sagt Jürgen Steinmetz.

Wann wird gewählt?

Vom 1. bis zum 22. September. Die Wahlunterlagen werden ab dem 30. August zugestellt. Gewählt werden kann online, per Briefwahl oder aber per persönlicher Abgabe der Wahlunterlagen. „Wir wollen es den Unternehmen so leicht wie möglich machen, ihre Stimme abzugeben“, sagt Steinmetz. Beim letzten Wahlgang im Jahr 2016 war das Interesse der Mitglieder relativ schmal: Damals gaben nur rund sieben Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Insgesamt sind im Kammerbezirk rund 76.000 Unternehmen wahlberechtigt. Das Ergebnis der Wahl wird am 23. September online verkündet.