Mönchengladbach: Tauschhandel bei "Gladbach gewinnt"

Mönchengladbach : Bei „Gladbach gewinnt“ lebt der Tauschhandel wieder auf

Was man eigentlich nur aus dem früheren Kolonialhandel oder der zeitlich noch nicht ganz so weit entfernten DDR kannte, wurde in Mönchengladbach nun bereits zum vierten Mal Realität. Das Event „Gladbach gewinnt“ gab dem mittlerweile schon verstaubten Begriff „Tauschhandel“ ein komplett neues und modernes Gewand.

Im Theater im Gründungshaus (TIG) trafen sich Vertreter zahlreicher Unternehmen und gemeinnütziger Organisationen zum ungewöhnlichen Event, um gute Geschäfte miteinander zu machen. Mit Plakaten und teilweise auch Kostümen ausgestattet, stürmten sie den selbsternannten 4. Mönchengladbacher Marktplatz und vereinbarten Projekte und Aktivitäen, die anschließend gemeinsam verwirklicht werden. Das Tolle: Von den Verwirklichungen profitieren alle Beteiligten und das soziale Leben der Stadt. Dabei wurden nicht nur Sachspenden gehandelt, sondern vor allem tatkräftige Unterstützung. Die Regeln sind denkbar einfach: Leistung gegen Leistung – und Geld ist komplett tabu.

„Wir sind total begeistert! Heute konnten wir sechs Verträge abschließen. Im nächsten Jahr werden wir garantiert wieder teilnehmen“, erzählt Maria Marshall vom Team des Minto, das vor allen Dingen Räumlichkeiten für geschäftliche Veranstaltungen anbot und im Gegenzug nach spannenden Aktionen für seine Kunden suchte. „Was das im Detail für Deals waren, die wir gemacht haben, ist aber noch topsecret“, erzählt ihr Kollege, Jona Poggel, grinsend.

Auch die Familienbildungsstätte war mit von der Partie. „Wir suchen vor allen Dingen Möglichkeiten, uns weiter öffentlich zu präsentieren und zu etablieren. Im Gegenzug bieten wir zum Beispiel Kochkurse, diverse Fortbildungen aus unserem aktuellen Programm und Entspannungstraining an. Aber auch eine Farb-Stil- und Imageberatung gehört zu unseren Angeboten“, beschreibt Sozialpädagogin Anja Brauer.

Insgesamt gab es beim 4. Mönchengladbacher Marktplatz unter allen Teilnehmern 108 geschlossene Vereinbarungen, 1150 vereinbarte Sachleistungen und 1416 verhandelte Zeitstunden. Veranstalter der diesjährigen Kontaktbörse für gesellschaftliches Engagement war die katholische Liga, der Zusammenschluss von Verbänden und Einrichtungen aus dem Sozial- und Bildungsbereich. Die Schirmherrschaft hatte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

(alexa)
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