Zwei Aktionstage hintereinander So war der Auftakt zur Mobilitätswoche in Mönchengladbach

Mönchengladbach · Sieben Tage lang wird in der Stadt mit unterschiedlichen Aktionen auf die vielfältigen Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität hingewiesen. Den Start machten der Wochenmarkt und der Tag der Mobilität. Was neben Geschicklichkeitstests, Lastenradrennen und Musik geboten wurde.

Fotos vom Wochenmarkt und dem Tag der Mobiltität 2023 in Mönchengladbach
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Von Lastenrad bis Radwerkstatt - Woche der Mobilität gestartet

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Foto: Markus Rick (rick)

Sie waren unterwegs auf dem Skateboard, dem Lastenrad, auf Pedalos und Stelzen, zu Fuß oder von einem Hindernis zum nächsten springend: Zum „Tag der Mobilität“ am Sonntag standen auf dem Platz der Republik viele unterschiedliche Fortbewegungsmöglichkeiten im Fokus. „Es gibt ganz viele Aktionen, die zeigen, dass man das Auto stehen lassen kann“, sagte Moderatorin Lena Sapper mit Blick auf das Angebot, das – gemeinsam mit dem „Wochenmarkt der Mobilität“ am Samstag – die „Europäische Mobilitätswoche“ in Mönchengladbach einläutete.

Wochenmarkt der Mobilität am 16. September 2023

Der eigentliche Auftakt der Aktionswoche unter dem Motto „Hallo Kultur – der öffentliche Raum als Bühne“ war der mit Infoständen, Mitmachangeboten und Kultur aufgestockte Rheydter Wochenmarkt am Rande der Kirmes. Die Mitwirkenden hatten es sich rund um den Sparkassenvorplatz heimisch gemacht.

Dass Mobilität keine Frage des Alters ist, wurde den Besuchern schnell deutlich: Am Spielmobil der Stadt übten sich die Kleinsten mit Bobbycar und Roller, agile Menschen informierte ein Zweiradhändler, körperlich beeinträchtige Besucher fanden elektrisch betriebene Fahrzeuge vor, auf denen sie mobil sein können. Nachhaltige und umweltbewusste Mobilität stand im Zentrum. Insofern verwunderte es nicht, dass das Quartiersmanagement mit einem Fragebogen herausfinden wollte, was die Besucher über ein „autofreies Rheydt“ denken.

Die Parade der Lastenfahrräder veranschaulichte, dass viele Fahrten und Transporte in der Stadt nicht unbedingt mit einem Auto durchgeführt werden müssen. Es passt ziemlich viel in die Ladekisten der etwas längeren Räder. Das Lastenfahrrad ist auch zu einem Arbeitsmittel des Volksvereins geworden, der über das „Fahrrad-Projekt“ informierte. Inzwischen sind es zehn Beschäftigte, die auf ihren Lastenrädern mit weißen Boxen im Auftrag unterwegs sind, die Fahrradwege im Stadtgebiet zu überprüfen. „Größere Schäden werden gemeldet, kleinere Störungen und Verschmutzungen sofort beseitigt“, sagte Arbeitsanleiter Rolf Jaeger-Breuer. Er nannte ein Beispiel: „Rund 1500-mal wurden schon Glasscherben auf Radwegen zusammengekehrt.“ Insgesamt haben die Bediensteten seit Ende 2021 fast 62.000 Kilometer auf ihren Drahteseln zurückgelegt.

Einen Stand weiter machten Mitglieder von „Zwar“ („Zwischen Arbeit und Ruhestand“) auf ihre Angebote zur Mobilität in Rheydt aufmerksam. „Wir haben Radgruppen, aber auch Wandern im Programm“, sagte Thomas Kress. In einem weiteren Zelt erinnerte die Diakonie daran, dass sie in der Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen Radstationen betreuen, in den Räder geparkt, geliehen und repariert werden können.

In Sachen Kultur hatte die Stadt zum einen das Straßentheater „Zuhause, das mit verblüffenden Spielchen aufwartete, verpflichtet und zum anderen den Kulturverein Karhe. Ein Musikprogramm mit mehreren Gruppen und ein Poetry-Slam sorgten für Unterhaltung.

Tag der Mobilität am 17. September 2023

Direkt am Sonntag setzte sich das Programm der Aktionswoche fort. Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) begrüßte die Besucher und stellte fest, dass die Bürger sicher durch die Stadt fahren könnten: „Das ist eine Qualität, die wir weiter schaffen.“ Es gebe einen Trend zur Mobilitätswende, es gebe „notwendige Veränderungen, auch in Mönchengladbach“. Und in der Mobilitätswoche zeige die Stadt, „was alles geht“.

Ob der Ortswechsel – in den vergangenen Jahren wurde für den Tag der Mobilität die zentrale Bismarckstraße gesperrt – auf den Platz der Republik der Sichtbarkeit des Angebots zuträglich war, ist anzuzweifeln. Die Gegebenheiten wurden jedoch passend eingebunden: Auf der Skateplaza brachten Übungsleiter Kevin Pollmann und seine Kollegen von der „Rollbrett Union“ Kindern das Skaten bei. Auch ein Wettbewerb wurde veranstaltet. Auf und neben dem „Parkour“-Gelände stand Geschicklichkeit im Vordergrund. Und der Parkplatz sowie die Wege zwischen den Grünflächen boten Platz für ein Lastenradrennen. Wer sich herantasten wollte, konnte ein paar Proberunden mit dem Gefährt drehen, das, wie ADFC-Vorstandsmitglied und SPD-Verkehrsexperte Thomas Maria Claßen betonte, eine echte Alternative zum Auto ist. „Aber es geht natürlich um den Spaß am Rennen.“ Familien kamen beim Papa-Mama-Kind-Korso auf ihre Kosten.

Für die Musik sorgten die DJs Volodimirovic und Akademixer von dem Verein „Monnike Con Moto“. Die Stadt zu Fuß erleben, konnten Teilnehmer des „Instawalks“ von „MG anders sehen“, Einblicke in die Pläne zum Busbahnhof (auch „ZOB“ genannt) bot die NEW an ihrem Stand und bei Baustellenführungen. Über Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern informierte die Diakonie an der Radstation, über die Reparatur die „Fahrradwerkstatt 360°“. Werkstattleiter Udo Dahl betonte, dass bei der Arbeit der Nachhaltigkeitsgedanke wichtig sei: „Wir verkaufen generalüberholte Fahrräder, die uns gespendet wurden.“ Dazu würden großteils gebrauchte Ersatzteile genutzt. Die Fahrradwerkstatt ist ein Service des Reha Teams und dient der Wiedereingliederung.

Info Mehr zum Programm der Mobilitätswoche erfahren Sie hier.