1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Susanne Inderfurth eröffnet Geschäft "Fräulein Smilla"

Eröffnung in Mönchengladbach trotz Corona : „Bei uns im Geschäft ist die Welt noch in Ordnung“

Susanne und Lilly Marie Inderfurth eröffnen mitten in der Corona-Zeit ihr Geschäft. Angst haben sie deshalb nicht. Ganz im Gegenteil.

Susanne Inderfurth ist optimistisch. Sie will am Donnerstag ihr Geschäft eröffnen. Ein Wagnis während einer Pandemie? Findet die 55-Jährige nicht. Auch wenn andere Geschäftsinhaber von massiven Einsatzbußen geplagt sind – Inderfurth ist sicher, dass ihre Idee zündet. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lilly Marie hat sie alles hergerichtet, um ihren kleinen Laden der schönen Dinge zum Startdatum tipptopp zu haben. Die zwei Frauen sind bereit.

Ganz neu ist das Gefühl, Chefin eines Geschäfts zu sein, für Susanne Inderfurth nicht. Schon 2006 habe sie auf einem alten Rittergut bei Erkelenz-Lövenich ein Geschäft gehabt. Aufgegeben habe sie das nur, weil den Vermietern die Veranstaltungen zu viel des Guten wurden. Schon damals habe sie alte Möbel in ihrem Geschäft gehabt. Die soll es jetzt auch bei ihr geben. „Ich liebe alte indische Möbel, und auch die Kleidung, die ich verkaufe, würde ich selbst tragen – genau wie  meine Tochter.“ Häufig habe sie jemand gefragt: „Wo hast du dies den her?“ oder „Kannst du mir das besorgen?“

Als sie dann an der Goethestraße sah, dass der alte Kiosk leer steht und ein Zu-verkaufen-Schild im Fenster klebte, zögerte sie nicht lange. „Lilly und ich haben so etwas schon immer machen wollen. Wir haben alles gemeinsam geplant, haben den gleichen Geschmack, waren uns bei allem sofort einig“, berichtet Susanne Inderfurth. An dem Tag also, als sie das Schild sah, aber keine Telefonnummer, wollte sie beim benachbarten Geschäft fragen, ob dort jemand Kontaktdaten hätte. „In dem Moment kam jemand mit einem Hund heraus.“ Nach einem kurzen Gespräch sei klar gewesen: Der Hund heißt Smilla. „Und dem Hund zu Ehren haben wir das Geschäft Fräulein Smilla genannt.“

In dem kleinen Ladenlokal habe sie viel tun müssen. „Hier sieht nichts mehr aus wie vorher.“ Mit tatkräftiger Unterstützung ihres Partners  sei nun die Decke abgehängt, neu gestrichen, die Raumaufteilung verändert. In ihrem Geschäft finden sich Möbel, Kleidung, große wie kleine Geschenke und Mitbringsel sowie Dekoration. Angst, dass das Konzept während der Corona-Pandemie nicht ankommen könnte, haben die beiden Frauen keine. „Ich sage es mal so: Wir haben lauter Dinge, die die Welt nicht braucht, aber dringend benötigt“, sagt Susanne Inderfurth. „Wenn man hier reinkommt, riecht es gut, wir wollen schöne Musik einschalten und den Kunden ein kleines Stück heile Welt zurückgeben. Die ist hier im Geschäft nämlich noch in Ordnung“, betont sie und blickt zu ihrer Tochter, auf deren Mund-Nasen-Schutz „Be Happy“ steht.

Eigentlich ist Susanne Inderfurth gelernte Schauwerbegestalterin und war zuletzt als Familientherapeutin tätig. „Das ist mir schon nicht so leicht gefallen. Über die Jahre baut man ja eine Beziehung zu seinen Patienten auf“, berichtet sie. „Es war ja schon alles vor Corona geplant. Man sollte sich von sowas nicht den Mut nehmen lassen und seine Träume trotzdem verwirklichen.“ Und ein Traum, das ist das Geschäft auch für ihre Tochter Lilly Marie. Die 20-Jährige habe schon als Kind ein eigenes Geschäft haben wollen. „Und es macht super viel Spaß“, betont sie.

Das Geschäft sei ein toller Anfang. Aber genug ist das der 20-jährigen angehenden Erzieherin und ihrer Mutter nicht. „Wir werden auch noch ein Café, oder eine Art Genussbar eröffnen. Die kommt an den Schillerplatz – direkt um die Ecke.“