Mönchengladbach: Straßen für Amazon Logistikzentrum müssen ausbauen werden

Mönchengladbach : Das Amazon-Zentrum steht schon

Von außen sieht das Logistikzentrum des Online-Riesen in Rheindahlen schon fast fertig aus. Allerdings fehlen noch große Teile des Innenausbaus. Die Stadt muss noch Straßen ausbauen, und Anwohner bekommen Schallschutz-Fenster.

Der Bau des Logistikzentrums für den Online-Riesen Amazon in Rheindahlen ist bereits weit vorangeschritten. Von außen wird allmählich die Dimension klar, denn das Gebäude des Logistikzentrums steht bereits. Damit ist allerdings erst der unkomplizierteste Teil der Arbeiten erledigt. „Momentan konzentriert man sich im Innenausbau auf die Stromverlegung, Lüftungsanlage und Beleuchtung“, teilte Amazon-Sprecherin Antje Kurz-Möller mit. Die meiste Zeit wird aber wohl der Einbau der komplexen Lagertechnik brauchen. Denn große Teile der Wege in dem Zentrum übernehmen fahrende Roboter. Das benachbarte Parkhaus ist allerdings noch eine Baustelle. Ob der ursprüngliche Zeitplan mit der Inbetriebnahme im Sommer 2019 und Volllast zum Weihnachtsgeschäft gehalten werden kann, dazu machte Amazon keine Angaben.

Klar ist inzwischen auch: Die Straßen rings um das Gewerbegebiet (in dem auch der Online-Badhändler Reuter ein Logistikzentrum bauen will) werden in den kommenden Monaten ausgebaut werden, um den zusätzlichen Verkehr aufnehmen zu können. Und Anwohner, die mit überhöhtem Verkehrslärm rechnen müssen, können Schallschutzfenster bekommen. Diese Maßnahmen sind konkret geplant, die meisten sollen im Sommer oder Herbst 2019 fertig sein:

Erkelenzer Straße Dort wird ein zusätzlicher Bypass vom Kreisverkehr bis zur Kreuzung mit der B 57 gebaut. Dadurch wird der Schwerverkehr direkt auf die B 57 Richtung Autobahn 61 geleitet. Außerdem werden Straßenlaternen und zwei Bushaltestellen nördlich des Kreisverkehrs gebaut. An der Kreuzung der Erkelenzer Straße (L 370) mit der B57 wird überdies eine zweite Linksabbiegerspur in Richtung Schriefersmühle eingerichtet. Die zwei Spuren werden dann auf der B 57 miteinander verflechtet.

B 57 Der Landesbetrieb Straßen.NRW fordert überdies in einer zweiten Baustufe noch einen vierspurigen Ausbau der B 57 von der Kreuzung am Gewerbegebiet bis zur nächsten Kreuzung mit der K 10. Denn die Leistungsfähigkeit der Kreuzungen könne nur übergangsweise mit einer Umstellung der Ampelphasen erreicht werden.

Stadtwaldstraße Die Kreuzung Stadtwaldstraße/Am Baumlehrpfad/L370 in Rheindahlen bekommt eine Ampel und wird umgebaut. An der Auffahrt Rhevdt zur A 61 wird die Linksabbiegerspur verlängert.

Schallschutz An den Straßen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen werden den Anwohnern Angebote zur Sanierung der zur Straßenseite liegenden Fenster gemacht, wie Daniel Dieker, zuständiger Projektmanager bei der EWMG, mitteilt. Voraussetzung ist, dass die Lärmpegel überhöht sind. Im kommenden Jahr werden Gutachter deshalb anhand von Prognoseberechnungen alle in Frage kommenden Wohnhäuser und die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen ermitteln. Die Anwohner werden dann angeschrieben. Betroffen sind Gebäude mit einem Lärmpegel von über 70 Dezibel am Tag und über 60 Dezibel in der Nacht. Die Anwohner können Angebote von Handwerkern einholen und erhalten dann die Kosten für die neuen Fenster erstattet. „Von den Lärmpegeln betroffen sind vor allem Gebäude entlang der B 57, der L 370 und der Gladbacher Straße“, so die EWMG.

Mit wie vielen Fahrzeugen wird eigentlich gerechnet? Für die Erkelenzer Straße vom Kreisverkehr zur B 57 werden in den Spitzenstunden vormittags rund 250 Autos pro Stunde und nachmittags 675 Autos pro Stunde erwartet, die sich in Rechtsabbieger (in Richtung Nordpark) und Linksabbieger (Richtung Erkelenz) aufteilen. Aus Richtung Nordpark fahren morgens knapp 400 Autos pro Stunde und nachmittags rund 800 Fahrzeuge pro Stunde in Richtung der Kreuzung B 57/L 370. Und aus Richtung Erkelenz sind es knapp 600 Autos pro Stunde vormittags und nachmittags knapp 300 Fahrzeuge pro Stunde. Die Berechnungen gelten für die jeweilige Tagesspitzenbelastung morgens und nachmittags, und zwar zur Weihnachtszeit. Die alltägliche Belastung zu anderen Jahreszeiten wird deutlich geringer sein, so die EWMG. Die Zahlen wurden der Stadt mit dem Bauantrag vorgelegt. „Die angegebene Verkehrsmenge wurde durch unsere Fachbereich Verkehr geprüft, so dass die Stadt Mönchengladbach damit rechnet, realistische Werte als Maximalwerte vorgelegt bekommen zu haben“, so die EWMG.