Denkanstoß Mit dem Fahrrad ökumenisch unterwegs sein

Mönchengladbach · Stephan Dedring ist begeisterter Fahrradfahrer und Befürworter der Ökumene. Gerne verbindet er beides miteinander, wenn er zwischen Hauptkirche und Münster hin und her pendelt.

 Stephan Dedring.  Foto: Jana Bauch

Stephan Dedring. Foto: Jana Bauch

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Ich habe eine Strecke in unserer Stadt neu entdeckt: Mit unseren neuen E-Bikes sind wir von der Hauptkirche auf dem Rheydter Markt bis zum Münster in Gladbach fast vollständig auf Fahrradstraßen und breiten Fahrradwegen gefahren, und zwar so schnell und entspannt, wie wir es mit dem Auto gar nicht geschafft hätten.

Und Parkgebühren haben wir auch gespart. Unsere Stadt ist ja immer noch stark vom Auto geprägt, aber es ist zu spüren, wie die zukünftige Mobilität funktionieren könnte. Dazu müssen Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger aufmerksam und kooperativ miteinander umgehen.

Und Polizei und kommunaler Ordnungsdienst müssen dafür sorgen, dass alle auf den Straßen, Bürgersteigen und Parks die Regeln einhalten, auch die, die neu zu uns kommen und mit den Regeln noch nicht so vertraut sind. Dafür soll es ja zukünftig auch „Mängelmelder“ geben.

Ich nehme die schöne Fahrradverbindung zwischen Hauptkirche und Münster aber auch als Ermutigung für zukünftige stärkere ökumenische Zusammenarbeit. Der Dialog über ein erfüllteres Leben, das sich durch die spirituelle Bezugnahme auf Gott erreichen lassen könnte, verbindet Protestanten und Katholiken, Rheydter und Gladbacher doch viel stärker als alle Unterschiede, die man früher so sehr betont hat.

Ich bin mit meinem Fahrrad auch zur Europameisterschaft in den Hockeypark gefahren. Wo kann man das sonst: mit dem Fahrrad zu einer EM fahren? Warum wurde das so wenig gewürdigt? Ich habe unter anderem mit netten Walisern gesprochen, es war eine tolle Stimmung, und es gab viel Lob für ein solch schönes Hockeystadion, das es in dieser Größe und Atmosphäre in vielen anderen Ländern gar nicht gibt.

Natürlich gibt es inzwischen und zukünftig immer weniger Geschäfte auf der Hauptstraße in Rheydt und auf der Hindenburgstraße in Gladbach. Aber ist das die einzige Perspektive? Die Mutter eines kleinen Mädchens, das ich vor Kurzen getauft habe, wünschte sich mit der Taufe, dass ihre Tochter auch in schwierigen Zeiten den Blick für das Gute nicht verlieren möge – und dass Gott dabei helfen möge. Darin steckt viel Lebensweisheit.

Stephan Dedring ist evangelischer Pfarrer der Hauptkirchen-Gemeinde Rheydt