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Mönchengladbach: Start Rheydter Musiksommer mit Pascal Salzmann und Tobias Pfänder

Kultur in Mönchengladbach : Start des Rheydter Musiksommers

In der Evangelischen Hauptkirche spielte Kantor Pascal Salzmann im Duo mit Tobias Pfänder am Klavier. Das nächste Konzert am Donnerstag, 7. Juli, muss in die Kirche nach Wickrathberg ausweichen.

2021 trat Pascal Salzmann noch als Überraschungsgast beim Rheydter Musiksommer auf. Das diesjährige Musikfestival in der Evangelischen Hauptkirche am Marktplatz eröffnete der junge Kantor als verantwortlicher Leiter mit einem Kammermusikabend. Im Klavierduo mit Tobias Pfänder servierte der Nachfolger des pensionierten Kirchenmusikdirektors Udo Witt Werke von Debussy, Ravel und Schubert.

Die Reihe stehe in einer guten Tradition, die er gerne vom Vorgänger übernommen habe, versicherte der Kirchenmusiker nach dem Konzert. Witt wiederum gratulierte als einer der Ersten zum „wunderschönen“ Einstieg in die diesjährige Reihe. Er zeigte sich sehr zufrieden mit der Besucherzahl. Die wäre vermutlich noch üppiger ausgefallen, wenn nicht ausgerechnet an diesem Abend ein heftiger Sturm gewütet und durch Schäden Zufahrten versperrt hätte. Zu Konzertanfang mischten sich noch von der Straße Sirenen eines Feuerwehrfahrzeuges in das einfühlsam und gekonnt ausgestaltete Programm.

Die Idee zum Zusammenspiel sei während der gemeinsamen Studienzeit in Weimar entstanden, sagte Pianist Pfänder. Während der Moderation streute das Duo schalkhafte Erklärungen ein, etwa zum jeweiligen Part im vierhändigen Spiel. Nach den vorgeblichen Kriterien müsste Pfänder von beiden den Bassschlüssel behänder zu lesen verstehen. Das souveräne Zusammenspiel hingegen bewies die große Ernsthaftigkeit zweier Musiker, die sich auf ihr Metier und die kunstvolle Ausführung verstehen.  

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Zu Debussys „Petite Suite“ servierten Salzmann und Pfänder einen einfühlsam und lebendig gestalteten Einstieg. Vor Ravels „Ma mère l‘oye – Mutter Gans“ warnte Salzmann im Verweis auf den vierten Satz „Les entretiens de la belle et de la bête“ (Die Schöne und das Biest): „Sie dürfen sich nicht wundern. Wir treffen schon die richtigen Töne, doch es ist sehr spannend.“ Das Duo entwickelte in fein nuancierter Gestaltung mit strahlenden Höhen, Momenten von kapriziöser Betriebsamkeit wie auch bezaubernder Sanftmut entrückt anmutende Klangbilder passend zum Charakter der vertonten Märchen.

Das Finale gehörte der von Franz Schubert im letzten Lebensjahr komponierten „Fantasie f-moll“, die zu dessen wichtigsten Klavierkompositionen zählt. Zu den vier miteinander verbundenen Sätzen überzeugte das Duo auch abschließend im sicheren Zuspielen und Verweben der Einsätze. Zur farbig gestalteten Interpretation schienen die beiden im gleichen Rhythmus zu atmen.  „Einen hätten wir noch“, kündigte Pfänder im Dank für den sehr herzlichen Applaus an. So klang der Abend mit Brahms‘ Walzer in As-Dur behutsam aus.

Wegen des Konzerts von WDR 4 findet am 7. Juli die Rheydter Sommermusik erstmals seit 20 Jahren nicht in der Hauptkirche statt: Entgegen der Ankündigung tritt das Duo „Orgelsax“ mit „Klassik bis Klezmer“ in der evangelischen Kirche Wickrathberg auf. Am 14. Juli geben Witt und Salzmann, wieder in der Hauptkirche, an zwei Cembali einen Hausmusikabend à la Bach. Das Streich-Duo mit Geigerin Franziska Pietsch und Cellistin Hila Karni bietet „Klangzauber con brio“ (21. Juli). Nach dem Konzert mit „Milonga, Valz und Tango“ (28. Juli) endet die Sommermusik am 4. August zum Otto-Reutter-Kabarettabend.