Mönchengladbach: Stadtarchivar auf Motorrad-Tour ums Schwarze Meer

Blog zur Motorrad-Tour : Nach 37 Tagen zurück in Mönchengladbach

Helge Kleifeld, Stadtarchivar von Mönchengladbach, umrundete seit dem 26. April das Schwarze Meer mit seinem Motorrad. Die Ukraine, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Aserbaidschan, Georgien, die Krim, Russland, Weißrussland und Polen hat er hinter sich gelassen. Nun ist er zurück in Mönchengladbach.

  • 6/3/19 8:42 AM
    Und das ist die Tour in Zahlen:

    Die Tour dauerte 37 Tage, war 14.709,4 Kilometer lang, hatte eine reine Fahrtzeit von 176 Stunden und 7 Minuten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 83 Stundenkilometer. Sie führte durch elf Länder. Grenzquerungen gab es 13 und Haltepunkte außerhalb Mönchengladbachs 28. Übernachtet wurde in 28 Hotels. Tankstopps waren gefühlt dreistellig.
  • 6/3/19 8:41 AM
    In Mönchengladbach kaufte Kleifeld zuerst einmal Würstchen.

    "Nach einer Stunde machte ich mich dann auf den Weg nach Mönchengladbach mit einem letzten Tourphoto beim Ortseingang. Bevor ich nach Hause fuhr, hielt ich noch bei einem Supermarkt, um mich mit deutscher Wurst einzudecken. Schließlich war am nächsten Tag Sonntag. Über die ganze Tour hinweg hatte ich vernünftige Wurst nicht bekommen. Zum Glück aber jetzt! Ich wollte nicht noch bis Montag warten. Stellvertretend für viele Helfer danke ich Alexaner Schreiner für seine medizinische Beratung und Dilshoda Ibragimova und Nils Bothmann für ihre Hilfe bei den Übersetzungsarbeiten. Das Team von Moto Paas aus Bedburg hat es geschafft, mein 19 Jahre altes „hässliches Entlein“ für eine fünfwöchige 15.000 Kilometer-Tour über zum Teil schreckliche Straßen so fit zu machen, dass nichts passiert ist."
  • 6/3/19 8:40 AM
    In Deutschland trennten sich die Wege von Helge Kleifeld und Michel Schüchen an einer Gaststätte.

    "Von der letzten Etappe gibt es naturgemäß nicht viel zu berichten. Am 1. Juni trennten sich die Wege von Michael und mir an der Raststätte Rhynern Nord, kurz vor dem Kamener Kreuz. Er fuhr weiter in den Westerwald und ich zunächst zu meinen Eltern nach Duisburg. Dort erwartete mich mein erstes anständiges Essen nach fünf Wochen. Meine Mutter hatte es sich nicht nehmen lassen, für mich zu kochen und Kuchen zu backen. Alle waren glücklich, dass auf der langen Tour nichts passiert war."
  • 6/3/19 8:32 AM
    In Polen ging es über die Autobahn zurück nach Deutschland. Grenzen ohne Kontrollen zu überschreiten, war man gar nicht mehr gewohnt.

    "Gegen 21.30 Uhr erreichten wir nach 700 Kilometern dann Lodz, wo wir aus Frust erst einmal ein paar Bier trinken mussten. Die schöne Stadt konnten wir bei der hereinbrechenden Dunkelheit nun nicht mehr besichtigen, denn am nächsten Tag ging es weiter nach Berlin. Diese Etappe am 31. Mai verlief ausschließlich über polnische und deutsche Autobahnen. Daher benötigten wir für die 450 Kilometer mit reichlich Pausen nur fünfeinhalb Stunden. An der Grenze zwischen Polen und Deutschland fuhren wir erstmals, seitdem wir am 27. April von Deutschland nach Polen eingereist waren, einfach vorbei. Ich erinnere mich nicht mehr wie viele Grenzen wir seit dem passiert hatten – oder im Falle Abchasiens eben nicht passiert hatten – aber die großartige Errungenschaft der Grenzüberquerung ohne Kontrollen innerhalb von weiten Teilen der EU wurde uns auf dieser Reise sehr bewusst."
  • 6/3/19 8:31 AM
    Unerwartet für die Motorradfreunde kamen Probleme an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen, der EU-Außengrenze. Dort gab es eine sehr lange Wartezeit, die mit einigen Rubeln verkürzt werden konnte.

    "Auf dem weiteren Rückweg vermuteten wir keine Probleme mehr. Doch unverhofft kommt oft. Die Fahrt von Minsk nach Lodz dauerte zwölfeinhalb Stunden. Am Vatertagsmorgen brachen wir früh auf, um über den Grenzübergang Brest-Litowsk nach Polen einzureisen. Dort gab es zwei Grenzübergänge und wir wählten den, der an der Autobahn lag. Prompt wurden wir abgewiesen. Der Grenzübergang war nur für den Schwerlastverkehr ausgelegt oder hatte anderweitige Beschränkungen. Daher mussten wir zum zweiten Grenzübergang etwas südlicher fahren. Hier erwartete uns eine lange Schlange. Mitwartende teilten uns mit, dass wir mit einer Wartezeit von neun Stunden rechnen müssten. Das konnten wir uns natürlich nicht leisten. Daher fragten wir mit Händen und Füßen und vor allem mit Sprachübersetzungsapps der weißrussischen Grenzbeamten nach einer anderen Möglichkeit. Die gab es tatsächlich. Gegen einen Aufpreis von 45 weißrussischen Rubel durften wir per „Express“ über die Grenze. Einige zusätzliche Formulare später und 45 Rubel ärmer durchwarteten wir dann die sehr ausführlichen weißrussischen Zoll- und Grenzkontrollen und – nach dreistem Überholen aller anderen wartenden Autos - waren tatsächlich irgendwann durch. Auf der polnischen Seite ging dann alles unkompliziert. Dennoch hatten wir viel Zeit verloren."
  • 6/3/19 8:24 AM
    Ein Zwischenbericht fasst noch einmal große Teile der Tour zusammen:

    https://rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/moenchengladbach-stadtarchivar-kleifeld-auf-motorradtour-durch-osteuropa_aid-38931373
  • 6/3/19 8:22 AM
    Als Helge Kleifeld und Michael Schüchen in Minsk ankamen, waren sie beeindruckt von der Stadt. In einer Rock-Bar wurde gefeiert.

    "Minsk erreichten wir nach knapp 700 Kilometern und 11 Stunden Fahrt. Die Zeit reichte noch aus, um abends die Altstadt und die TNT-Rock Bar zu erkunden. Dort trafen wir auf einen perfekt Deutsch sprechenden Barkeeper, den ich schon bei meinem letzten Besuch in Minsk kennengelernt hatte."
  • 6/3/19 8:21 AM
    Auf dem Weg nach Weißrussland wurde es an einem Grenzübergang noch einmal kritisch. Man ließ die Biker dort nicht passieren. Sie wählten daher einen anderen Grenzübergang.

    "Am 28. Mai stand uns der letzte „kritische“ Grenzübertritt bevor. Besondere Erkundigungen hatten wir vorher nicht eingeholt. Wir waren mit unserem Visum für Weißrussland unserer Meinung nach ausreichend präpariert. Von Briansk aus wollten wir über Gomel nach Minsk fahren – knapp 600 Kilometer. Es hätte auch zwei andere Routen weiter nördlich gegeben. Glück oder Unglück, dass wir uns für diesen Grenzübergang entschieden? Das wissen wir heute immer noch nicht genau, denn die Weißrussen, die wir diesbezüglich befragten, konnten uns auch keine genauen Auskünfte geben. Am Grenzübergang bei Krasnyy Kamen wurden wir jedenfalls abgewiesen und an den noch weiter südlich liegenden Grenzübergang bei Novy Yurkovich verwiesen. Zusätzliche 87 Kilometer. Wir fackelten nicht lange und fuhren los. Dieser zweite Grenzübergang stellte sich als das Dreiländereck zwischen Russland, der Ukraine und Weißrussland heraus. Im Niemandsland zwischen den drei Ländern steht das Monument der Freundschaft der drei Schwestern (Russland, Ukraine und Weißrussland), die sich gegenwärtig offenbar ziemlich spinne Feind sind. Dort wurden wir tatsächlich aus Russland herausgelassen. Die Russen können oder wollen dort nicht wissen, wohin die Ausreisenden weiterreisen und lassen sie deswegen freundlicherweise durch. Die weißrussischen Zöllner und Grenzpolizisten empfingen uns sehr höflich mit ein paar Brocken Deutsch und Englisch."
  • 6/3/19 8:20 AM
    Von Wolgograd ging die Reise weiter nach Briansk. Wieder einmal wurden die Motorradfreunde nass. Regenjacken von Borussia waren da die richtigen Helfer.

    "Am 26. Mai begann die endgültige Rückreise zunächst mit einer Regenetappe. Glücklicherweise hatten wir ja die Borussia Regenjacken zum drunter ziehen. Nach gut 200 Kilometern hörte der Regen auf und wir erreichten nach insgesamt knapp 600 Kilometern die Millionenstadt Woronesch. Am kommenden Tag fuhren wir weiter nach Briansk, wo wir nach knapp 500 Kilometern übernachteten. Der Begriff der russischen Weiten bekommt eine ganz andere Dimension und wird real erlebbar, wenn man wie wir tagelang mit dem Motorrad mehr oder weniger schnurgerade Straßen befährt und Stunde um Stunde auf einer harten Sitzbank verbringt."
  • 5/27/19 9:05 AM
    Beeindruckt waren Helge Kleifeld und Michael Schüchen von der Wolga. Inzwischen sind sie auf dem Rückweg nach Mönchengladbach. Einen Monat lang sind sie nun unterwegs.

    "Die Wolga ist ein riesiger, herrlich anzusehender Strom mit Sandstränden und Sandbänken. Bevor es weitergeht muss ich jedoch erneut meine Lederhose flicken. Sie löst sich scheinbar langsam auf. Diesmal an einer Stelle, die ungeflickt mit der Zeit peinlich werden könnte.Nach knapp 11.000 Kilometern und 30 Tagen feierten wir den endgültigen Wendepunkt unserer Reise. Ab sofort fahren wir nur noch nach Westen, nach Hause. Ein letzter Höhepunkt wird dann Minsk, die Hauptstadt von Weißrussland, die wir hoffen in drei Tagen zu erreichen. "
  • 5/27/19 9:02 AM
    Weiter führte die Tour nach Wolgograd, dem ehemalgen Stalingrad. Dort besichtigten die Motorradfreunde die Stadt und die Gedenkstätten der berühmten Schlacht um Stalingrad.

    "Am nächsten Tag, dem 24. Mai, folgte mit 750 Kilometern die zweitlängste Etappe der Tour. Sie führte von Krasnodar über Rostow am Don nach Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad. Hier besuchten wir Metal-Fans und sahen uns die Stadt, vor allem aber die Gedenkstätten für die „Schlacht um Stalingrad“, an. Diesbezüglich ist Wolgograd eine Art Touristenattraktion für Russen."
  • 5/27/19 9:01 AM
    Von Sewastopol fuhren Helge Kleifeld und Michael Schüchen weiter nach Krasnodar. Dabei passierten sie auch eine beeindruckende Brücke, über die sie schon einmal gefahren waren. Kleifeld schreibt dazu:

    "Der Weg von Sewastopol nach Krasnodar führte uns über die neue Brücke, welche die Meerenge von Kertsch überspannt. Leider konnten wir die Delphine, die wir auf der Hinfahrt aus den Augenwickeln ins Asowsche Meer schwimmen sahen, nicht erneut beobachten. Krasnodar wäre sicher eine Besichtigung wert gewesen. Leider fehlte uns die Zeit. "
  • 5/23/19 9:02 AM
    Wegen der politischen Situation vor Ort, müssen Kleifeld und Schüchen nun einen Umweg fahren.

    "In Sewastopol trafen wir russische Heavy-Metal Fans in einer eindrucksvoll gestalteten Bar. Alle kannten das Wacken-Open-Air in Deutschland und wollten unbedingt einmal dorthin. Wir feierten den Abschluss unserer Schwarzmeerumrundung, die hier mehr oder weniger freiwillig ihr Ende findet. Denn auch wir können nun nicht mehr über die Ukraine zurück nach Deutschland fahren. Wir müssen wieder zurück auf den russischen „Kontinent“, machen dort einen Abstecher nach Wolgograd, und fahren dann über Weißrussland zurück in die Heimat. Am 23. Mai führt uns unser Weg daher zunächst nach Krasnodar."
  • 5/23/19 9:01 AM
    Auf der Krim bekamen die Motorradfreunde allerdings Probleme mit dem Benzin:

    "Der Autobahn wollten wir auf der Krim nicht mehr folgen und nahmen einen Weg durch kleinere Ortschaften und später entlang der südlichen Route am Schwarzen Meer und durch das südliche Gebirge der Krim über Feodossija nach Jalta und Sewastopol. Ohne in Kertsch zu tanken fuhren wir los und überschätzten die Infrastruktur unserer Route. In einem kleinen Ort half man uns mit Benzin aus."
  • 5/23/19 9:00 AM
    Von Sotschi ging es für Stadtarchivar Helge Kleifeld und seinen Biker-Freund Michael Schüchen in die Ukraine, auf die Krim. Über diesen Teil der Reise schreibt Kleifeld:

    "Sotschi verließen wir am 20. Mai. Ohne Russisch-Kenntnisse tut man sich selbst in dieser Touristen-Metropole Südrusslands schwer. Die Küstenstraße nach Tuapse besteht fast ausschließlich aus Kurven, Höhen und Tiefen. Ein großer Fahrspaß. Wir passierten später den großen Hafen von Noworussiysk immer entlang am Schwarzen Meer. Die Meerenge zwischen Schwarzem und Asowschen Meer kreuzten wir über die neue Brücke. Rund 70 Kilometer vor der Brücke beginnt der Neubau einer Autobahn, die sich über die gesamte Krim zieht. Kertsch war nur ein Übernachtungsstopp. Auf der Krim funktionieren nur russische Kredit- und Bankkarten, so dass wir unsere US Dollar und Euro komplett umtauschen mussten."
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(cli/mre)
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