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Mönchengladbach: Stadt zeichnet Ehrenamtler mit Heimatpreis 2021 aus

Heimatpreis in Mönchengladbach verliehen : Stadt zeichnet Ehrenamtler für ihr Engagement aus

Im Schloss Rheydt ist der Heimatpreis 2021 überreicht worden. Wer die Gewinner sind und warum auch den Preisträger des vergangenen Jahres eine Bühne geboten wurde.

Im Rampenlicht auf der Bühne im Innenhof von Schloss Rheydt standen dieses Mal nicht die Stars der Sommermusik, sondern die Alltagshelden aus Mönchengladbach. Aber auch sie konnten sich des Beifalls und des Jubels der Besucher sicher sein – beim Ehrenabend mit der Verleihung des Heimatpreises 2021. Dazu hatte Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) eingeladen.

Ehrenamtler seien es gewesen, die gerade in der Zeit der Corona-Pandemie dazu beigetragen hätten, dass vielen Menschen, die in ein tiefes Loch gefallen sein, geholfen werden konnte, sagte Heinrichs. „Ihr Engagement findet oft im Stillen statt“, führte er aus und richtete sich an die vielen Vertreter der ehrenamtlich tätigen Vereine und Organisationen. „Ehrenamtler bieten anderen Menschen eine Bühne, eine neue Hoffnung, eine neue Aufgabe.“ Das gelte auch für die Menschen auf den „wenig begehrten Jobs in Vereinsvorständen“. Das oft wenig beachtete Ehrenamt „ist bunt, macht stark, ist wertvoll“, sagte Heinrichs. Für ihr Engagement dankte er den Bürgern von Mönchengladbach.

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Mit viel Lob sollte es bei diesem Ehrenamtstag aber nicht getan sein. Bedingt durch die Pandemie vergab die Stadt erstmals öffentlich den vom Land ausgelobten Heimatpreis. Bei der ersten Auflage 2020 musste die Verleihung noch ohne Publikum im kleinen Kreise erfolgen.

Über die Heimat zu sprechen, sei nicht antiquiert, „Heimat ist das, was die Stadt besonders macht“, sagte Heinrichs. Heimat bedeute buntes Engagement, bedeute aber auch „selber anpacken, weil die Stadt kein Geld hat.“

Der Heimatpreis 2021 ging an die Initiative „Hey! Rheydt“, die sich über 8000 Euro freuen durfte, an die Geschichtswerkstatt Mönchengladbach (4000 Euro) und an den Rentner-Arbeitstrupp Wanlo (3000 Euro). Der Rat hatte diese drei aus den etwa 60 Bewerbungen ausgewählt.

Heinrichs nutzte die Gelegenheit, aber auch, um die letztjährigen Preisträger ins Rampenlicht zu stellen. Bedacht worden waren 2020 der Dorf-Campus Wanlo, der Verein Dorfgestaltung Sasserath 11 und die Suppentanten. Auch 2022 soll, sofern der Stadtrat zustimmt, der Heimatpreis verliehen werden.

In kurzen Vorstellungsrunden gaben die Preisträger einen Einblick in ihre Arbeit. Die Gruppe „Hey! Rheydt“ engagiert sich seit 2015 für die Belange von Kindern und Jugendlichen im Quartier Rheydt und hat unter anderem einen Spielplatzfinder erstellt. Die seit rund 30 Jahren bestehende Geschichtswerkstatt sorgt dafür, dass in Mönchengladbach das Bewusstsein für das eigene Erbe und die Verantwortung für die eigene Vergangenheit hochgehalten werden. Und seit 2009 kümmern sich beim Renter-Arbeitstrupp Wanlo 15 Menschen im Alter von 65 bis über 80 Jahren um die Belange in Wanlo. Sie packen etwa bei Renovierungsarbeiten im Kindergarten oder an der Kapelle an.

„Anpacken!“ ist auch das Motto vom Dorf Campus Wanlo, einem der letztjährigen Gewinner. Mit ihnen soll die Alte Grundschule zu einem Gemeinschaftszentrum werden. Und auch der Verein Dorfgestaltung Sasserath 11 sagt „Wir packen’s an“. Dieser hat sich nach der historischen Mauer im Ortskern um die Renovierung des Schulgebäudes gekümmert. Für viele Menschen sehr wichtig geworden sind die Suppentanten, die seit 2014 Obdachlose und Bedürftige mit einer warmen Mahlzeit versorgen. Jeweils samstags sind sie mit ihrem Suppenmobil unterwegs und verteilen dann 80 bis 100 Essen.

Nach Reden und Plakettenvergabe wurde es beim Ehrenamtsabend gesellig. Die Bühne wurde freigemacht für die Musiker von Booster und die Gäste plauderten bei Speisen und Getränken.