Mönchengladbach: Stadt verleiht Integrationspreis an Gemeinschaft Sant’Egidio

Auszeichnung in Mönchengladbach : Integrationspreis für Gemeinschaft Sant’Egidio

Die 1985 gegründete Gemeinschaft wurde von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mit dem Preis geehrt, weil sie innovativ und nachhaltig ein Klima der Toleranz schaffe. Neun weitere Nominierte wurde ebenfalls gewürdigt.

Wer ein friedvolles und multikulturelles Miteinander anstrebt, der muss sich unermüdlich dafür einsetzen: Die Rede ist von Integration. Dass es in der Stadt viele Menschen gibt, die sich, oft ehrenamtlich, für eine kulturelle und integrative Vielfalt einsetzen, zeigte die feierliche Verleihung des Integrationspreises der Stadt im Jugendclubhaus Westend.

Im Vorfeld konnten sich Bürger der Stadt um diesen Preis bewerben, die einen besonderen Beitrag zur Integration leisteten. Eine mehrköpfige Jury wählte aus allen Bewerbern den Gewinner des mit 750 Euro dotierten Preises aus. „Es ist so wichtig, dass wir nie müde werden, gute Beispiele zu nennen. Im Alltagsgeschehen kommt die Integrationsarbeit leider nie so richtig zur Geltung und geht manchmal sogar fast gänzlich unter“, sagte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der die Auszeichnung gemeinsam mit der städtischen Integrationsbeauftragten Marion Blinte überreichte.

Den Integrationspreis gewann die 1985 gegründete christliche Gemeinschaft Sant’Egidio. Innovativ, ehrenamtlich und nachhaltig geben die Mitglieder Hilfesuchenden Struktur und Unterstützung und schaffen damit ein Klima der Toleranz. Sie ist außerdem Begründer der Regenbogenschule. Der Preisträger habe in allen Bereichen sowohl bei Innovation und Nachhaltigkeit als auch bei der interkulturellen Begegnung gepunktet, teilte die Stadt mit. „Sant’Egidio schafft nicht nur Möglichkeiten der interkulturellen Begegnung, sondern lebt diese Freundschaft über nationale Sprach- und Kulturgrenzen hinweg“, würdigte Reiners.

Den zweiten Platz belegte der 2014 gegründete Förderverein BÜZ Römerbrunnen, in dem sich 21 Ehrenamtler darum bemühen, die täglichen Behördengänge von Migranten zu begleiten. Der dritte Platz ging an Mariana Pederiva, die sich seit 1983 für ein kulturelles Miteinander in der Stadt einsetzt und im Zuge ihrer Arbeit auch eine multilinguale Bibliothek gründete. „Das ist meine letzte Veranstaltung bevor ich in den Ruhestand gehe. Ich bin glücklich.“ Außerdem waren das Familienzentrum Waldhausen, Ralf Reddmann (Lehrer Gesamtschule Espenstraße), der Solidaritäts- und Kulturverein Kobiri, Martina Gehler, Assia Aakroti (jeweils Ehrenamtler in der Flüchtlingsarbeit), das Gesundheitscenter JuDjuSU Jitsu Karate und das Projekt „Gemeinsames Singen im Altenheim Eicken"  nominiert.

In Mönchengladbach leben rund 55.000 Menschen mit Migrationshintergrund. „Ein friedliches Miteinander ist das Wichtigste und dafür lohnt es sich, jeden Tag zu kämpfen. Bitte machen Sie alle genauso weiter“, appellierte Reiners.

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