Mönchengladbach: Stadt und Hochschule wollen altes Polizeipräsidium entwickeln

Polizei-Areal in Mönchengladbach : Stadt und Hochschule wollen altes Polizeipräsidium entwickeln

In dem derzeit leerstehenden Komplex an der Theodor-Heuss-Straße können sich Wirtschaftsförderung und die Hochschulpräsident eine „hochschulaffine Nutzung“ vorstellen – mit Förderung aus den Braunkohlemitteln.

Das Interesse am alten Polizeipräsidium ist groß. Jedenfalls gab es auf der Immobilienmesse Expo Real in München Gespräche der Stadt mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW, der das Präsidium vermarktet. „Wir haben das Interesse erneuert, auf dem Areal eine hochschulnahe Nutzung zu ermöglichen“, sagte Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft EWMG. Schückhaus sieht in dem Komplex vor allem eine Chance für den Strukturwandel. Coworking-Spaces für junge Unternehmen und Start-ups, Makerspaces und ähnliches sei dort gut möglich, vor allem dank der nahen Anbindung an die Hochschule Niederrhein.

Das Problem ist, dass Landesnutzung Vorrang hat. Und das wäre etwa bei der Hochschule Niederrhein gegeben, die auch selbst Interesse daran hat, auf dem Areal Pläne zu verwirklichen. „Entscheidend ist, was sich die Hochschule dort vorstellt und wie viel Platz sie dafür braucht“, sagte Schückhaus.

Hochschule-Präsident Hans-Hennig von Grünberg, der sein Amt im kommenden Jahr weitergibt an seinen Nachfolger Thomas Grünewald, bestätigt: „Die Hochschule Niederrhein hat ein vitales Interesse daran, das Gelände des früheren Polizeipräsidiums so zu entwickeln, dass es zur Hochschule passt. Wir sehen es als unsere Aufgabe, hier federführend die Entwicklung voranzutreiben.“ Die Hochschule hofft, auf dem Gelände einen Teil des eigenen Flächenbedarfs decken zu können. „Vor allem aber geht es um Kohleausstiegsprojekte, deren Verwirklichung wir auf diesem Gelände sehen. Seit Mai wissen wir, dass viele dieser Projekte eng mit der Hochschule Niederrhein verknüpft sind und treiben nun entsprechend die Planung voran.“ Im November gebe es einen Termin mit Vertretern der Stadt und Wirtschaftsförderung, „bei dem unsere Ideen diskutiert werden“.

Sollten Projekte mit Subventionsmitteln aus dem Braunkohleausstieg gefördert werden, dann sieht Schückhaus darin auch einen strategischen Vorteil: „Dann geht es ja auch wiederum um Landesinteresse“, sagte Schückhaus in München. Dann wiederum könnte eine Ausschreibung eventuell umgangen werden, bei der das Risiko bestünde, dass private Investoren den Zuschlag erhalten.

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