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Mönchengladbach: Stadt präsentiert sich bei der Expo Real

Mönchengladbach auf der Immobilienmesse : Bei der Expo Real ist die Stadt ein Star

Die Investoren stehen Schlange: Das ist in München Anfang Oktober bei der Fachmesse für Gewerbeimmobilien der Fall. Stadt, EWMG und WFMG sind mit ihren Partnern dabei und hoffen auf Interessenten für wichtige Bauprojekte.

Als Planungsdezernent Gregor Bonin und Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus 2017 bei der Expo Real in München weilten, da waren sie oft im „Warten Sie mal ab“-Modus. Zwar war Mönchengladbach schon damals oft Thema. Doch wenn ihre Gesprächspartner nach konkreten Plänen für große Baugebiete fragten, dann blieb so manches im Vorläufigen, verharrte ein bisschen im Wartestand. Das ist dieses Mal anders: Seestadt, Maria-Hilf-Terrassen, Reme-Gelände, die Markthalle auf dem Kapuzinerplatz – das sind Großprojekte, von denen die Stadt erwartet, dass sie auf Interesse von Investoren stoßen werden. Wenn Bonin und Schückhaus sie anpreisen, verlassen sie jetzt den „Warten Sie mal ab“-Modus und zeigen Pläne – schon ist die Gesprächs- und Verhandlungsebene gleich eine ganz andere.

Zum 18. Mal ist die Stadt mit ihren Töchtern EWMG und WFMG bei der größten deutschen Gewerbeimmobilienmesse in der bayerischen Landeshauptstadt dabei. Und sie wird dabei von Partnern unterstützt, die sie bei der Investorensuche – natürlich auch im Eigeninteresse – unterstützen: Dazu zählen unter anderem Bienen & Partner, Dornieden Gruppe, Hartmann Architekten, Dr. Schrammen Architekten, Famos Immobilien und Otten-Architekten. Wie in den Vorjahren hat die Stadt einen gemeinsamen Stand mit anderen Partnern vom Niederrhein: Krefeld, Rhein-Kreis-Neuss, die Kreise Viersen, Wesel und Kleve. Und es gibt auch noch einen Bezug zur niederländischen Stadt Venlo. „Wir dominieren den Niederrhein-Stand“, sagt OB Hans Wilhelm Reiners augenzwinkernd, und Wirtschaftsförderer Schückhaus weist Forderungen zurück, Gladbach sollte besser einen eigenen Stand besetzen: „Wir würden dann niemals so einen guten Standort bekommen wie den, den wir jetzt haben.“ Und eine strategisch gute Position bei der Messe ist wichtig, denn die Expo Real ist eine der wichtigsten Kontaktbörsen von und mit Maklern, Projektentwicklern, Geldgebern.

Nicht ganz oben auf der Agenda stehen vom 8. bis 10. Oktober zwei Projekte, die erst seit einigen Monaten wieder verstärkt ins Blickfeld gerückt sind: der Flugplatz und der geplante Hotelbau auf dem Abteiberg mit gleichzeitiger Übernahme von Haus Erholung. Beim Flugplatz gibt es die Hoffnung, dass es erste Interessen etwa für ein Hotel und für Bürobauten gibt. Denn die Stadt muss nach der Übernahme der Mehrheitsanteile am Gladbacher Airport vom Flughafen Düsseldorf mittelfristig zusätzliche Einnahmen generieren, damit der Verlust sinkt. „Ende des Jahres erwarten wir erste Ergebnisse aus einem Entwicklungsgutachten, das wir als EWMG in Auftrag gegeben haben“, sagt Schückhaus. Schon jetzt wollen die Gladbacher, den Blick von Geldgebern auf dieses Areal mit seinen Möglichkeiten schweifen lassen – da drängt sich die Gewerbe-Immobilienmesse geradezu auf.

Und auch beim Hotelbau kommt Fahrt auf, obwohl es in der Politik noch Vorbehalte gibt, das Haus Erholung mit einem angrenzenden Areal zu verkaufen. Erbpacht-Lösungen werden diskutiert, die aber bei möglichen Investoren für Stirnrunzeln sorgen könnten. Wer kauft ein Gelände – das Areal des alten Haus Zoar –, wenn er darauf nur einen Bettentrakt bauen kann und befürchten muss, dass ihm das Haus Erholung verlorengehen könnte, sobald der Erbpacht-Vertrag ausläuft? Und ist es andersherum für die Stadt interessant, wenn Haus Erholung und das Nachbargrundstück in Erbpacht vergeben würden und die Stadt nach Auslaufen des Vertrags nach vielen Jahren einen dann vielleicht maroden Bettentrakt zurückbekäme? Derzeit ist von einem 120-Bettenhaus die Rede.

Auch für die Partner ist die Bindung zu Stadt, EWMG und WFMG wichtig. Denn sie profitieren von den positiven Entwicklungen in Mönchengladbach. Der Leerstand an Büroflächen ist auf unter fünf Prozent gesunken, gleichzeitig sind die Mieten deutlich gestiegen. Das macht Bürobauten für Investoren schon zu einem Zeitpunkt interessant, wenn sie während Planungs- und Bauphase nicht alle Flächen vergeben haben. Das Paspartou im Nordpark, ein Ensemble aus zwei achtstöckigen Bürotürmen und geplant von Hartmann Architekten, ist ein gutes Beispiel.

Nicht auf der offiziellen Agenda bei der Expo Real steht der Berliner Platz. „Auch da haben wir gewaltiges Potenzial“, sagt Planungsdezernent Bonin. Bei diesem Projekt schaltet die Stadt aber vorerst in den „Warten Sie mal ab“-Modus.