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Mönchengladbach: Stadt bekräftigt Spielanpfiff und weiterer Verdachtsfall in Venn

Corona-Auswirkungen in Mönchengladbach : Stadt bekräftigt Spiel-Anpfiff – noch ein Verdachtsfall in Venn

Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes geht vom Spiel Borussias gegen den BVB im Borussia-Park kein erhöhtes Risiko aus. An der Grundschule Venn wurde eine weitere Schülerin unter Quarantäne gestellt.

Das Bundesligaspiel zwischen Borussia und dem BVB am Samstag (18.30 Uhr) ist zu einem Streitfall geworden. Die Stadt bekräftigte am Freitag ihre Entscheidung, das Spiel trotz der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen nicht abzusagen. Kritik war zuvor vom Heinsberger Landrat Stephan Pusch gekommen, der in einem Facebook-Video nach den Gründen für diese Entscheidung gefragt hatte. Im benachbarten Kreis, der in Deutschland am schwersten von Corona-Infektionen betroffen ist, sind die Schulen weiter geschlossen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner verteidigte die Entscheidung des Mönchengladbacher Gesundheitsamtes. „Die Frage wird dort sehr gewissenhaft geprüft, deshalb unterstütze ich die Entscheidung in der aktuellen Lage, das Spiel stattfinden zu lassen“, sagte Klenner. „Ich glaube, dass man Respekt vor den örtlichen Entscheidungen haben sollte, so etwas wird niemals leichtfertig entschieden. Und keiner braucht jetzt zu glauben, dass Borussia in irgendeiner Art und Weise Druck auf örtliche Behörden ausübt.“ Klenner hält einen freiwilligen Verzicht für besser als ein generelles Verbot: „In der Schule, auf der Arbeit ist das etwas anderes: Schüler und Arbeitnehmer sind verpflichtet, zur Schule zu gehen oder am Arbeitsplatz zu erscheinen. Ein Fußball-Fan ist nicht verpflichtet, ins Stadion zu gehen.“

Unterdessen gibt es in Mönchengladbach vier bestätigte Infizierungen mit dem Coronavirus. Betroffen ist auch eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Dabei handelt es sich um eine Verwaltungskraft aus dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familien, allerdings nicht um eine Kita-Erzieherin. Die Frau habe sich in Heinsberg angesteckt, sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Fünf Kollegen, mit denen die Mitarbeiterin in Kontakt gewesen war, befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die weiteren Betroffenen sind ein Lehrer aus Holt, die Mutter eines Schülers der Grundschule Venn sowie die Mutter eines Schülers der Gesamtschule Hardt. Der Gesamtschüler ist negativ getestet worden. An seiner Schule kann der Unterricht also ganz normal weitergeführt werden.

Auch an der Grundschule Venn wird weiter unterrichtet. Obwohl es dort, wie Eltern berichten, einen zweiten Corona-Verdachtsfall gibt. Es habe einen Rundbrief gegeben, in dem aber nicht gestanden habe, ob ein Lehrer, Schüler oder Angestellter unter Quarantäne gestellt worden sei. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, handelt es sich um eine Schülerin. Das Mädchen sei mit dem Kind, das bereits unter Quarantäne steht, befreundet und gehe in die selbe Klasse. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Speen versicherte. Das Mädchen zeige keine Symptome. Es sei zu Besuch bei der anderen Familie gewesen und habe auch Kontakt zu der infizierten Mutter gehabt.

Eltern machen sich dennoch große Sorgen. Es gebe an der Grundschule Venn Kinder und auch Verwandte mit Vorerkrankungen, die besonders gefährdet seien.

(angr/gap)