Mönchengladbach: Stadion-Atmosphäre in der Red Box

Revue im Nordpark : Stadion-Atmosphäre in der Red Box

Bei der Premiere der Revue „Wir sind Borussia“ im Nordpark wurden Fanschals geschwenkt und Fußball-Hymnen gesungen. Für die Zuschauer, darunter viele Jugendliche, gab es auch ein „rundes“ Rahmenprogramm.

„Ja, wir schwören Stein und Bein auf die Elf vom Niederrhein, Borussia unser Dream-Team, denn Du bist unser Verein.“ So klang es am Freitagabend mit vielen Stimmen von der Bühne – und viele der rund 600 Gäste stimmten immer wieder in diesen und andere Borussensongs ein.

Die Revue „Wir sind Borussia“ feierte ihre Premiere in der Red Box im Sparkassenpark in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion ihres heißgeliebten Vereins. Oft herrschte regelrechte Stadionatmosphäre im Saal, wenn die Stimmen aus dem Publikum mehr grölten als sangen, wenn Borussenschals geschwenkt wurden oder die gesungene Schmäh auf den FC Köln niederprasselte.

„Unsere Idee ist“, erklärte Autor und Regisseur Martin Maier-Bode, „Menschen ins Theater zu bringen, die sonst eher nicht kommen“. Maier-Bode und Tobias Wessler schrieben das Stück exklusiv für Mönchengladbach. Während der Aufführungen im Theater Mönchengladbach habe Maier-Bode festgestellt, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer sich völlig anders verhielten als sonst üblich. Stadion-Atmosphäre eben.

Sebastian Egelhoff, Mitglied der Sparkassenpark-Geschäftsführung, und sein Team haben für alle Aufführungen der Borussenrevue in der Red Box ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm ausgetüftelt. Zum Beispiel das beliebte Torwandschießen. Noch in Istanbul hatten die Borussenspieler am Donnerstag den offiziellen Spielball der Bundesliga unterschrieben, erzählte Egelhoff. Am Freitag hatten Jugendspieler aus  Kaldenkirchen und Wegberg-Beeck die Gelegenheit, die Tore zu treffen. Insgesamt 135 Jugendliche waren zur Premiere gekommen.

Für die intimen Kenner der Borussia hatte RTL-Sportjournalist Nico Holter etwas vorbereitet. In einer kleinen Talkrunde interviewte er den langjährigen Torhüter der Borussen, Uwe Kamps. „Wir konnten uns früher freier bewegen, heute sind die Spieler gläsern geworden“, berichtete Kamps. Ein Vorteil sei, dass die jungen Spieler schon früh gut auf ihren Weg gebracht würden. Als Kamps 1982 zur Borussia kam, fiel er mit Ohrring und Strähnchen im Haar ein wenig auf. Der Trainer meinte „Das sollst du lieber mal lassen“, und er ließ es, erinnerte sich Kamps.

Uwe Kamps spielte auch im Borussia-Quiz mit, das ebenfalls von Nico Holter moderiert wurde. Alex aus dem Publikum qualifizierte sich als würdiger Gegner. Antworten auf Fragen nach dem Namen des Trommlers vom Bökelberg, dem Spitznamen sowie dem richtigen Vornamen von Berti Vogts und  der Größe des Spielfelds im Borussenpark fielen den beiden Mitspielern leicht. Lange stand es unentschieden, bis Kamps das Quiz dann doch für sich entschied. Doch ging Alex nicht leer aus: Er erhielt zwei Tickets für den Besuch der Fohlenwelt.

Und noch ein Bekannter war live dabei: Stadionsprecher Torsten Knippertz, normalerweise „nur“ im Video in der Borussenrevue dabei, lief höchstpersönlich zu Beginn des Stücks auf und kommentierte peppig den Einlauf der Schauspieler und Musiker. Die Truppe um Willi Haselbek spielte – natürlich – in schwarz-grünen Trikots. Wie auch die Tänzerinnen und Tänzer unter der Choreografie von George Giraldo in Schwarz-Grün erschienen.

Neu gecastet wurden die Schauspieler, die den Figuren des Stücks Leben einhauchen: Jonas Gruber, Ben Artmann, Dirk Witthuhn, Dennis Prang, Jens Kipper, Sven Post, Franka von Werden, Nils Kretschmer, Franziska Lehmann, Harry Heib und Reinhild Köhncke haben sich mit der Vereinsgeschichte auseinandergesetzt, um ein gutes Gefühl für den Verein und seine Fans zu bekommen. Sie mimen die eingefleischten Fans in ihrer Stammkneipe aufs Trefflichste.

Es gibt eine Fehde zwischen einem Anhänger des FC Köln und den Borussenfans. Mit einer gemeinen Idee wird sie auf die Spitze getrieben.