Mönchengladbach: Sportplatz an der Preyerstraße soll Bauland werden

Platz für Einfamilienhäuser : Sportplatz soll Bauland werden

Die Sportanlage an der Preyerstraße soll an einen neuen Standort umziehen, damit dort 60 bis 70 Einfamilienhäuser gebaut werden können. Die Grundstücke werden wegen einer weiter steigenden Nachfrage dringend benötigt.

Ein Rasenplatz, ein Aschenplatz, beide in sanierungsbedürftigem Zustand. Das ist die Sportanlage an der Preyerstraße, auf der unter anderem Viktoria Rheydt die Spiele seiner Mannschaften austragen lässt. Doch das soll sich bald ändern: Die Anlage soll nicht saniert werden, sondern umziehen. Das wird jetzt konkret. Wie Sportdezernent Gert Fischer sagte, laufen derzeit Planungen, an der Preyerstraße nur rund 100 Meter entfernt gegenüber des städtischen Friedhofs eine neue Sportanlage zu bauen. „Es gibt dort eine Ersatzfläche, die grundsätzlich geeignet ist“, sagte Fischer. Ein Architekt erarbeite derzeit in einer Studie, was genau dort umgesetzt werden könnte. Die Fläche sei ein wenig abschüssig, das ließe sich aber korrigieren.

Ein Kunstrasen, eine Umkleide – „und dann schauen wir, was noch an Nebenanlagen gebaut werden könnte“, sagte Fischer. Dazu werde es in absehbarer Zeit eine Vorlage für den Rat geben, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Sprich: einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen. Denn bisher gibt es gar keinen.

Ein Neubau auf der grünen Wiese (die im städtischen Besitz ist) hätte aber noch ganz andere Folgen: Denn aus der alten Sportanlage soll Bauland entwickelt werden. Und das wird in der Stadt dringend benötigt. Noch vor den Sommerferien will Baudezernent Gregor Bonin eine Prioritätenliste zum Wohnungsbau vorlegen, auf der auch diese Fläche stehen wird. Auf 33.000 Quadratmetern wäre Platz für rund 60 bis 70 Einfamilienhäuser. Auch eine Kindertagesstätte soll dort entstehen. Mit großem politischen Widerstand muss Bonin da nicht rechnen, denn die Bezirksvertretung Süd hatte diesem Vorschlag der Groko aus CDU und SPD bereits zugestimmt. „Ich könnte mir einen städtebaulichen Workshop mit Anwohnern vorstellen“, sagt Bonin, der auch Geschäftsführer der Stadttochter EWMG ist. „Wie aktivieren wir preisgünstigen Wohnraum im Bestand, der in Mönchengladbach nachweislich überaltert ist? Das ist unsere zentrale Aufgabe“, sagt Bonin.

Das machte sich kürzlich erst bei der Vermarktung von 15 Baugrundstücken an der Thomas-Merkelbach-Straße in Rheindahlen bemerkbar. Dort hatten 201 Interessenten mehr als 450 Angebote für die paar Grundstücke abgegeben. Das Interesse bei Häuslebauern an einem Grundstück in Mönchengladbach ist immens. Deshalb hat die Stadt mit dem Sportplatz an der Lorenz-Görtz-Straße in Giesenkirchen einen weiteren Ascheplatz (Fachsprache: Tennenplatz) ins Visier genommen, auf dem Bauland entstehen könnte.

Im Fall der Sportanlage an der Preyerstraße kann die Stadt über ihre Tochter EWMG mit mehreren Millionen Euro Verkaufserlös aus dem Baugrund rechnen. Darüber wiederum ließe sich der Bau einer neuen Sportanlage an der Preyerstraße finanzieren. Sportdezernent Fischer verweist darauf, die Kosten müssten jetzt untersucht werden. „Die Entscheidung muss dann die Politik treffen“, so Fischer. Doch bis dahin wird es noch Jahre dauern, da erst Baurecht geschaffen werden muss. „Wir werden nicht in diesem oder im nächsten Jahr damit anfangen können“, sagt Bonin.

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