Mönchengladbach: Sportlerehrung bei Borussia kommt gut an

Neuauflage nach einem Jahr Pause : Sportlerehrung kommt bei Mönchengladbachs Athleten gut an

Borussia war erstmals Gastgeber der Veranstaltung, die es für das Sportjahr 2017 nicht gegeben hatte. Die Fußballer standen aber diesmal nicht im Fokus.

Victor Gentz nahm die knapp 600 Kilometer weite Anreise gerne in Kauf. „Ich war erstmals zur Sportlerehrung eingeladen. Und ich finde es gut, dass die Stadt ihren erfolgreichen Sportlern Respekt zollt“, sagte der Mönchengladbacher Trabrennfahrer, der 65 Siege im Jahr 2017 errang und damit den dritten Rang bei der Deutschen Meisterschaft der Berufsfahrer belegte. Mittlerweile hat Gentz jedoch seinen Lebensmittelpunkt aus beruflichen Gründen nach Berlin verlegt – was ihn nicht daran hinderte, am Dienstagabend in die Business Lounge des Borussia-Parks zu kommen.

Gentz war einer von mehr als 80 Sportlern, die für ihre Leistungen in 2017 sowie bis inklusive des dritten Quartals 2018 für herausragende Leistungen ausgezeichnet wurden. So kam es, dass manche Athleten vor lauter Preisen schwer zu tragen hatten, da sie für starke Platzierungen bei Deutschen, Welt- oder Europameisterschaften oder Berufungen in Nationalmannschaften in beiden Jahren geehrt wurden. Dazu gehörten die Leichtathletin Sarah Schmidt (ehemals LAZ Mönchengladbach/jetzt Bayer Leverkusen), Fechter Marco Brinkmann (Rheydter TV) oder Thaiboxer Kristian Malocaj (Bujin Gym Mönchengladbach).

Die Doppel-Auszeichnungen waren nötig geworden, da die Sportlerehrung nach seiner letzten Auflage im Februar 2017 lange auf der Kippe gestanden hatte. Doch die Stadt fand neben der Stadtsparkasse und der NEW in Borussia einen weiteren Partner, um die Veranstaltung finanziell stemmen zu können. Der Fußball-Bundesligist übernahm nun sogleich auch die Rolle des Gastgebers. „Es ist eine besondere Ehre und ein tolles Gefühl, die Sportler in diesem schönen Stadion ehren zu können“, sagte Frank Boss. Der Vorsitzende des Sportausschusses betonte aber auch, dass dies nun keine Borussia-Veranstaltung sei.

Zwar führte Stadionsprecher Torsten Knippertz als Moderator durch den Abend, und Hausherr Rolf Königs gebührte das erste Grußwort, doch darüber hinaus standen die Athleten aus mehr als einem Dutzend Sportarten im Mittelpunkt. Neben den schon traditionell erfolgreichen Judoka, Hockeyspielern oder Schwimmern aus Mönchengladbach wurden auch Skateboarder Jost Arens (Rollbrett Union), Leroy Strauch und Tina Reiber vom Hundesportverein Rheydt sowie die Twirling-Mannschaft der Tanz- und Majorettengarde Grün Weiß Hardterbroich geehrt.

Zudem nahm der Behindertensport wieder viel Platz ein, hatten die Hockeyspieler, Basketballer, Fußballer und Badmintonspieler bei den Special Olympics vordere Platzierungen erzielt. Und Bogenschütze Eric Haßberg nahm bereits zum 21. Mal die Auszeichnung der Stadt entgegen. Ein besonderes Anliegen war Boss der „Preis des Sportausschusses der Stadt“, denn der Sonderpreis ging diesmal an den Arbeitskreis „Krahnendonk bewegt“, der jedes Jahr ein Sportfest für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche organisiert.

Alle Preisträger stellten sich auf der Haupttribüne des Stadions noch zu einem Gruppenbild auf – und Borussias Kapitän Lars Stindl war mittendrin. Der Nationalspieler wurde für seine Länderspiel-Einsätze geehrt und nahm den Preis für den verletzten Matthias Ginter gleich mit. Applaudiert wurde ihm zudem von den Teamkollegen aus dem Spielerrat, die ebenfalls zur Sportlerehrung gekommen waren. 

„Mir hat es sehr gut gefallen, es war eine lockere Atmosphäre“, sagte Gentz, der direkt neben Stindl gestanden hatte. „Und ich fand es gut, dass alle Sportler gleichwertig behandelt wurden“, fügte er hinzu.

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