Mönchengladbach: Sozial-Holding bleibt finanziell in der Gewinnzone

Sitzung des Finanzausschusses: Sozial-Holding bleibt in der Gewinnzone

Geschäftsführer Helmut Wallrafen stellte Wirtschaftsplan vor.

Sieben Altenheime in eigener Trägerschaft, 618 stationäre Pflegeplätze und Arbeitgeber für fast 1000 Mitarbeiter – die Zahlen, die Helmut Wallrafen als Geschäftsführer der städtischen Sozial-Holding vor dem Finanzausschuss präsentierte, sind beeindruckend. Der demografische Wandel mit der alternden Gesellschaft steigert die Nachfrage: „Etwa zehn Prozent aller Mönchengladbacher haben einen Pflegefall in der Familie“, so Wallrafen. Stadtweit gebe es 9939 pflegebedürftige Menschen.

Das stellt das Unternehmen aber auch vor Herausforderungen, insbesondere durch den Fachkräftemangel im Pflegebereich. Die Sozial-Holding bildet deshalb selber aus – auch in einer gemeinsamen Pflegeausbildung mit Kliniken als Partnern –, sie zahlt aber auch nach Tarif. „Eine ausgebildete Pflegekraft kommt bei uns im ersten Jahr mit Schichtzulagen und Feiertagszuschlägen auf 3300 Euro“, so Wallrafen. Allerdings sei für die Attraktivität des Arbeitsortes Mönchengladbach im Wettbewerb mit  anderen Städten auch wichtig, dass es ausreichend bezahlbaren Wohnraum gebe. Noch sei das Wohnen hier bezahlbar, darauf müsse aber auch in Zukunft angesichts steigender Immobilienpreise geachtet werden.

Insgesamt legt Wallrafen für den Gesamtkonzern, zu dem neben der Sozial-Holding zum Beispiel auch die Altenheim GmbH, Ambulante Dienste, die Service- und die Bildungs-GmbH gehören, auch einen Wirtschaftsplan mit Gewinnsteigerungen vor: Lag der Gewinn im Jahr 2011 bei 390.000 Euro, sind für das vergangene Jahr 600.000 angesetzt. Der Umsatz stieg von knapp 29 Millionen in 2011 auf rund 38 Millionen sieben Jahre später. Es wurde auch entsprechend investiert, insbesondere in den frisch bezogenen Neubau nahe des Hardterbroicher Markts. Lagen die Investitionen 2011 noch bei 866.000, waren es 2017 5,6 Millionen und im Folgejahr 7,9 Millionen Euro.

In der Service GmbH werden laut Wallrafen täglich rund 1010 Speisen für Senioren, 1100 für weiterführende Schulen zubereitet. Und ambitionierte Pläne für das Areal an der neuen Zentrale gibt es auch: Dort werden Scooter-Sharing und ein Scooter-Übungspark für Senioren eingerichtet.

Anmerkung: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, die Sozial-Holding sei Arbeitgeber für fast 20.000 Mitarbeiter, es sind jedoch rund 1000. Wir haben den Fehler korrigiert.

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