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Mönchengladbach: Sommer Camp macht Appetit auf Junior Uni

MINT-Ferienkurse in Mönchengladbach : Sommer Camp macht Appetit auf Junior Uni

Nach Wuppertaler Vorbild soll auf dem Wissenscampus eine Einrichtung entstehen, die Kindern und Jugendlichen spielerisch Kenntnisse in den MINT-Bereichen vermittelt. Denn da sind Fachkräfte stark gefragt. Ein besonderes Ferienangebot gibt einen Vorgeschmack.

Der Wissenscampus, der auf dem Areal des alten Polizeipräsidiums realisiert werden soll, hat schon einige Hürden genommen: Das Konzept steht, einzelne Bereiche haben bereits notwendige Sterne für die Strukturwandel-Förderung Rheinisches Revier gesammelt. Auch wenn baulich noch nichts zu sehen ist, nimmt einiges bereits Formen an.

Dazu gehört die Junior Uni, die nach Wuppertaler Vorbild entstehen soll. Wie in der bergischen Stadt steht dabei im Zentrum, Kinder und Jugendliche  spielerisch, durch praktisches Erleben und Ausprobieren Lust auf die so genannten MINT-Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik zu machen. Im Idealfall werden damit für die Unternehmen vor Ort gesuchte Nachwuchskräfte mit eben diesen Kenntnissen  auf die entsprechende Wunschberufs-Schiene gesetzt. In Wuppertal wurde auch aus diesem Grund die Einrichtung von Beginn an von mittelständischen Unternehmen finanziert.

Federführend in Mönchengladbach ist der Verein Wissenscampus, der nicht nur das, was beim Alten Polizeipräsidium geplant ist, mit Inhalt füllt, sondern auch die Junior Uni auf den Weg bringt. 2023 soll sie starten, bis Oktober werden das Konzept und das Netzwerk, etwa unterschiedlicher Schulformen, stehen, sagt Hartmut Wnuck, Vorsitzender des Wissenscampus-Vereins. Doch jetzt schon soll sichtbar sein, worum es geht. In Kooperation haben der Wissenscampus, die MGConnect Stiftung der städtischen Wirtschaftsförderung und der Verein NextMG ein „Sommer Camp“ auf die Beine gestellt.

 Beim Workshop im ITZ Rhein-Maas in Giesenkirchen werden kleine Modelle gebaut.
Beim Workshop im ITZ Rhein-Maas in Giesenkirchen werden kleine Modelle gebaut. Foto: zdi-Zentrum MG
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Dabei werden acht Kurse angeboten, die teils in Präsenz, teils digital stattfinden, die für die Teilnehmer kostenlos sind und deutlich machen, worum es bei der Junior Uni gehen wird: Kodieren, Programmieren, Hacken, Gamen, Kostüme schaffen – das alles aber zielgerichtet und dennoch spielerisch. Die Teilnehmer erfahren, wie ein 3D-Drucker beim Cosplay helfen und ein Sprachassistent das Licht einschalten kann, weshalb ein Hovercraft-Boot fliegt oder warum ein Hacker nicht nur schaden, sondern bei der IT-Sicherheit helfen kann. Alles sehr praxisnah, trotzdem kurzweilig und vielleicht ein Tor in die berufliche Zukunft.

 „Wir wollen zeigen, dass es hier in Mönchengladbach in diesen Bereichen viele spannende Sachen gibt“, so Wnuck. Es sei ein Angebot für Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten. „Wir wollen Begeisterung bei der Zielgruppe wecken“, sagt Axel Tillmanns von MGConnect. Es gehe aber auch um die Suche nach Schwachstellen in IT-Systemen oder um die Frage, was es mit einem mache, wenn man lange vor dem PC sitzt.

Der NextMG-Vorsitzende Sebastian Leppert wünscht sich, dass mehr Kinder „codisch“ sprechen und verstehen können. Kodieren sei wie Weben, eine Form von Kunst. „80 Prozent der Berufe werden bis 2030 von Digitalisierung durchdrungen sein“, sagt er. „Wenn man das versteht, ist man Teil dessen und kann mitgestalten.“ Für den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach könne die Junior Uni deshalb zur Initialzündung werden. „Wir müssen mehr Output an Schülern mit MINT-Fähigkeiten haben, als die Unternehmen aufnehmen können.“ Dann kämen Firmen und siedelten sich an.

Die Rheinische Post unterstützt das Sommer Camp, wird über einzelne Workshops berichten. Außerdem erscheinen auf der Familienseite Experimente der Junior Uni Wuppertal, die zu Hause durchgeführt werden können.