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Mönchengladbach: Solidaritätskundgebung für Israel

Viele jüdische Mitbürger fühlen sich nicht sicher : Solidaritätskundgebung für Israel

120 Menschen kamen am Donnerstag zum Adenauerplatz. Die Jüdische Gemeinde fragt: „Sind wir in Deutschland überhaupt noch erwünscht?“

40 Teilnehmer waren angemeldet worden, tatsächlich kamen am Donnerstag 120 Menschen zum Adenauerplatz, um dort mit der Jüdischen Gemeinde und der  Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an der Kundgebung „Pro Israel und gegen Antisemitismus“ teilzunehmen. Ob eine solche Solidaritätsveranstaltung denn jetzt noch nötig sei, wo ein Waffenstillstand in Nahost beschlossen worden sei, war Leah Floh, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinschaft in Mönchengladbach und Viersen, kurz zuvor gefragt worden. Ihre Antwort war eindeutig: „Ja.“ Denn seit der Eskalation zwischen Israel und der Hamas fühlten sich viele jüdische Menschen auch in Deutschland nicht mehr sicher. Das hätten die Demonstrationen vor jüdischen Einrichtungen in einigen deutschen Städten gezeigt, bei denen Teilnehmer Nazi-Parolen skandierten.

In Mönchengladbach wurden der Polizei bislang zwei antisemitische Vorfälle bekannt. Vor der jüdischen Kultusgemeinde hatte ein 81-jähriger Mann vor Polizisten, die an der Synagoge standen, den Hitlergruß gezeigt. Und an einem geparkten Auto wurde die Heckscheibe eingeschlagen, auf der es einen großen Aufkleber mit der israelischen Flagge gab.

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Antisemitismus dürfe es in Deutschland und Mönchengladbach nie mehr geben, darin waren sich alle Redner bei der Kundgebung einig. Gekommen waren außer Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der zu diesem Anlass eine Kippa trug, auch Landtagsabgeordnete und der Bundestagsabgeordnete Günter Krings. Sie alle versicherten ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern und dem Staat Israel. „Ihre Sicherheit und die Sicherheit Israels ist nicht verhandelbar“, sagte Heinrichs. Auch die Pfarrer Wolfgang Bussler und Hans-Ulrich Rosocha forderten ein klares Bekenntnis der Christenheit, die an der Seite der Juden stehen müsse.

Leah Floh hatte nach eigenen Angaben auch Imame eingeladen. Doch die, so sagte sie, hätten alle abgesagt. Ihre Begründung sei gewesen: Sie seien zwar gegen Antisemitismus, aber nicht für Israel.

(gap)