1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: So wichtig war Kurzarbeit im ersten Corona-Lockdown

Corona-Pandemie in Mönchengladbach : Jeder siebte Arbeitnehmer war im April in Kurzarbeit

Kurz vor dem zweiten Lockdown in der Corona-Pandemie sind die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken. Der Jahresvergleich sieht allerdings verheerend aus. Dabei hat Kurzarbeit Tausenden Gladbachern noch den Job erhalten.

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt in Mönchengladbach schwer getroffen. Zwar hat sich bei den Unternehmen nach  dem Lockdown im Frühjahr eine leichte Erholung breit gemacht, doch im Jahresvergleich leidet die Wirtschaft erheblich. Das geht aus den Arbeitsmarktdaten für Oktober hervor, die die Agentur für Arbeit am Donnerstag veröffentlicht hat. Demnach waren 14.728 Gladbacher arbeitslos gemeldet. Das waren 182 weniger als im September (-1,2 Prozent), aber 2583 Personen mehr als im Oktober 2019. Das ist ein Zuwachs um 21,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,1 Punkte auf 10,5 Prozent. Im Oktober 2019 waren es noch 8,6 Prozent gewesen.  

An den Zahlen lasse sich ablesen, dass die Wirtschaft in der Region „die Kraft besitzt, sich aus einer Krise heraus neu zu entwickeln“, sagt Angela Schoofs, Chefin der Arbeitsagentur. „Dies sollten wir als positives Signal mit in die Zukunft nehmen. Zuvor allerdings wird es in den kommenden Wochen darum gehen, die Menschen dabei zu unterstützen, die erneut schwierige, von Beschränkungen geprägte Situation zu meistern und mögliche Folgen der Corona-Pandemie zu mildern.“

Im Frühjahr haben viele Unternehmen dafür die Kurzarbeit genutzt. Dazu liegen jetzt Zahlen vor. Demnach haben 1663 Gladbacher Unternehmen im April Kurzarbeit für 14.519 Arbeitnehmer abgerechnet. Wenn man sich vor Augen führt, dass es in Mönchengladbach zum Jahreswechsel etwa 103.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gab, dann war im April ungefähr jeder siebte Mönchengladbacher Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Mit den Lockerungen in den Folgemonaten sanken diese Zahlen: Im Mai waren es noch 1458 Betriebe mit 12.242 Beschäftigten in Kurzarbeit. Für Juni liegen noch keine Zahlen für die Stadt vor, nur für den gesamten Agenturbezirk. Dabei sank die Zahl der Betriebe von 4742 im April auf 3295 im Juni und die der Beschäftigten in Kurzarbeit von 37.454 auf 27.686.

Schoofs rät: „Kurzarbeit zu nutzen, wird für die Unternehmen weiterhin das Mittel sein, um Fachkräfte über die Pandemie hinaus zu binden und Arbeitsplätze zu erhalten.“ Beratung für Arbeitgeber gibt es von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, unter der Telefonnummer 0800 4555520.