Mönchengladbach: So war der Adler-Modellspielzeugmarkt im Haus Erholung

Adler-Markt in Mönchengladbach : Modellwelten im Haus Erholung

Der Adler-Markt für Modellspielzeug zog viele Besucher an. Einige Besucher kommen schon seit Jahrzehnten und fachsimpeln.

Modellspielzeug stellt die Welt im Kleinen dar. Von Flugzeugen über Lastwagen, PKW und Modelleisenbahnen bis hin zum wenige Zentimeter großen Modell eines Fahrrades gibt es ganze Welten im kleineren Maßstab. Einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten, die die Welt der Modellspielzeuge bereithält, konnten sich Interessierte nun im Haus Erholung verschaffen. An 18 Ständen boten die Verkäufer vom wenige Zentimeter großen VW Käfer bis zum dreißig Zentimeter langen Eisenbahnwaggon bis zu 60 Jahre alte Modelle an.

„Der Markt in Mönchengladbach ist immer ein Muss für mich. Ich komme schon seit 30 Jahren hierher“, sagt Klaus Udo Knoll (74). Er hat seit über 40 Jahren ein Geschäft in Düsseldorf und schätzt an den Mönchengladbacher Modellspielzeugmärkten besonders den Kontakt zu den Kunden: „Es haben sich auch echte Freundschaften entwickelt. Manche kommen nur zum Bummeln und Quatschen auf dem Markt.“, erzählt er lächelnd.

Die Ausstellungshalle atmet die Leidenschaft für den Modellbau. Hier schnauft eine Dampflok, dort entdeckt jemand das lange gesuchte, besondere Sammlerstück, und am Testgleis können die Sammlerstücke sofort in Betrieb genommen werden. „Der Austausch von Erfahrungen, von Tipps und Tricks rund um das Thema Modellspielzeug, das ist es, was die Märkte auszeichnet. Hier können die Besucher vor dem Kauf eines Modells testen und müssen nicht wie im Internet blind bestellen“, beschreibt der Organisator der Märkte, Jürgen Hörner (65), die Vorteile des Marktes.

Sie kommen bei den Besuchern gut an. Michael Wüsten (56) ist regelmäßig auf den Märkten zu Gast - aber nur im Winter: „Dann finde ich Zeit für die Modellbahnen“, sagt der Viersener, der trotz winterlicher Temperaturen mit dem Fahrrad angereist ist. Er ist schon lange ein Freund von Modelleisenbahnen: „Ich habe als Kind eine Modelleisenbahn geschenkt bekommen. Dann hat mich die Leidenschaft nicht mehr losgelassen und jetzt ist es mein Winterhobby“, erzählt er. In den vergangenen Jahren fand der Modellspielzeugmarkt in der Kaiser-Friedrich-Halle statt. Aufgrund des Umbaus weichen die Händler nun auf das Haus Erholung aus. „Das Ambiente ist hier schöner, aber für die Händler und Kunden ist besonders die Parkplatzsituation ein Nachteil, Das ist schade.“, sagt Hörner. Trotzdem ist der Markt gut besucht, bis zur Mitte der Öffnungszeit zählt Hörner rund 350 Besucher.

Das Verkaufsumfeld verändert sich. Viele der Verkäufer verbinden digitales und analoges Geschäft. Hans-Peter Neumann betreibt einen Onlineshop für Modellspielzeug. In Mönchengladbach ist er als gewerblicher Händler mit dabei: „Ich benutze den Markt als zweites Standbein, hier kann ich die Lagerbestände besser präsentieren.“, sagt er.

Außerdem könne er so gezielt andere Zielgruppen ansprechen: „Kaum einer der Modellbahnfreunde ist jünger als 40 Jahre. Da kommt der analoge Verkauf oft besser an. Trotzdem stellen wir uns mit unserer Webseite digital auf.“, so Hörner. Dort gibt es neben der Programmübersicht auch die Möglichkeit, Stände zu buchen – ganz digital. In der analogen Welt des Spielzeugmarktes stehen die Sammler vor einem silbernen Koffer mit sieben Testgleisen. Hier können sie vor dem Kauf die Sammlerstücke auf Funktion testen. Die geprüfte Lokomotive schnauft, blinkt und arbeitet sich langsam voran. „Die nehme ich mit“, sagt der zufriedene Käufer und „Bis zum nächsten Mal.“ Die Besucher des Modellspielzeugmarktes sind nämlich treue Kunden, die jedes Jahr auf´s Neue wiederkommen.

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