Aufführung in Mönchengladbach Begeisterte Besucher mit spitzen Ohren

Mönchengladbach · Rund 100 Akteure setzten zum Konzert „Der Herr der Ringe“ Tolkiens Phantasiewelt musikalisch und erzählend in Szene.

 Mehr als 100 Akteure waren auf der Bühne der Red Box dabei.

Mehr als 100 Akteure waren auf der Bühne der Red Box dabei.

Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Vor dem Willkommen in Mittelerde wurden die Besucher gebeten, sich zu Mordors Nationalhymne zu erheben. Das Publikum in der gut besuchten Red Box folgte augenblicklich dem Wunsch der rund 100 Akteure auf der Bühne. Manche legten zur Hymne die rechte Hand auf ihr Herz. Sie waren ins Live-Konzert gekommen, um über die musikalischen Welterfolge von Oscar-Preisträger Howard Shore, Caspar Reiff, Peter Hall, Annie Lennox, Enya und Billy Boyd in die Welt von Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe und der Hobbit“ einzutauchen.

 Das große Aufgebot der Mitwirkenden war naturgemäß in seinen Namen auf die Sage abgestimmt: Es traten das Tolkien Ensemble, die Philharmonie des Ringes und der Chor des Auenlandes auf. Prominentester Solist war Pippin-Darsteller Billy Boyd, der natürlich seine Lieder sang. Er begrüßte die Mönchengladbacher in seinem besten Deutsch, um dann aber freimütig zu bekennen, dass die Sprachkenntnisse nicht zur Schilderung der Sage ausreichen. Von der rückwärtigen Leinwand grüßte vor Beginn der verstorbene Schauspieler Sir Christopher Lee, bekannt als Sarunan der Verfilmung.

 In der Red Box übernahm Schauspieler Sky du Mont ausdrucksstark die Rolle des Sprechers. Vom Orchesterspiel begleitet erzählte er, was den Hobbits und ihren Gefährten auf der abenteuerlichen Reise widerfährt. Bilder auf insgesamt drei Leinwänden entführten auch optisch in die Welt der Sage. Über Live-Mitschnitte erlebten die Zuhörer die Gesangssolisten zugleich schemenhaft eingebunden in die Szenerie der Bilder.

Als Reverenz an die Fantasy-Welt trug Besucherin Florentin die spitzen Ohren der Elben. „Das passt hier alles so schön zusammen. Die Charaktere sind sehr gut getroffen, und die Atmosphäre ist toll. Man ist gleich mitten drin in dieser Welt“, schwärmte die 13-Jährige begeistert. Sie war mit den Eltern eigens aus Thüringen angereist, um die aufwändige Inszenierung nach einer Begegnung in der Erfurter Stadthalle ein zweites Mal zu erleben.

Auf einem der vordersten Plätze lauschte sie dem expressiven, emotionalen Spiel der Musiker. Die schilderten in dramatischen Steigerungen und pompösen Passagen kriegerische Auseinandersetzungen im Kampf um den Ring.

Kontrastreich davon abgesetzt erklangen lyrische Melodien und sphärische Klänge der Elben. Mitreißend geriet der Tanz mit keltischem Einschlag, der vom Tolkien-Ensemble stimmungsvoll eingeführt und vom Orchester temperamentvoll gesteigert wurde. Der Keyborder des Ensembles verlegte seinen Gesangspart als Gollum in die vorderen Zuschauerreihen und würzte die Darstellung mit einem kleinen Schuss Ironie.

Am Ende siegten die Guten, und das Publikum dankte mit begeistertem Beifall.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort