Mönchengladbach: So sieht es im Haus Westland kurz vor dem Abriss aus

Mönchengladbachs größte Schrottimmobilie : Wie der Investor den Abriss von Haus Westland plant

2020 soll Haus Westland abgerissen werden. Vorher sind Planer, Statiker, Hausmeister und Artenschützer in dem Gebäude unterwegs. Ein Rundgang durch Gladbachs größte Schrottimmobilie.

Die Wegweiser der Stadtverwaltung hängen noch im Haus Westland. Sie zeigen an, wo einst der Stadtdirektor sein Büro hatte. Wo der Bürgerservice, bei dem die Gladbacher ihre neue Adresse melden oder den neuen Pass beantragen konnten, zu finden war. Wo das Sozialamt seine Büros hatte. Doch gearbeitet wird darin schon lange nicht mehr. Mönchengladbachs prominenteste Schrottimmobilie steht seit über einem Jahrzehnt leer und wartet auf seinen Abriss. Der soll nun im kommenden Jahr erfolgen. Wie Ralph Schneemann, Geschäftsführer des Investors Bema mitteilte, soll in den ersten Monaten 2020 der Abrissantrag gestellt werden und kurz darauf tatsächlich Haus Westland den Baggern zum Opfer fallen.

„Wenn alles gut läuft, wollen wir im Jahr 2021 mit den Neubauten beginnen“, sagte Schneemann bei der Immobilienmesse Expo Real in München. Dort soll das Neubau-Projekt „19 Häuser“ entstehen. Ein neues Quartier mit Wohnungen, Geschäften und Gewerbe nach den Sieger-Entwürfen des Hamburger Planungsbüros KBNK ist dort geplant. Dieses Quartier rückt bis an die Linie der Hindenburgstraße heran. Der Busbahnhof wird sich damit um rund die Hälfte verkleinern. Die Bema-Gruppe rechnet mit dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans durch den Rat Mitte 2020. „Wenn alles funktioniert, wollen wir nach zwei Jahren mit dem Projekt fertig sein“, sagte Schneemann in München. Insgesamt investiert die Düsseldorfer Gruppe nach eigenem Bekunden dort mehr als 100 Millionen Euro.

Vor dem Abriss von Haus Westland stehen aber noch eine Menge Planungen an. Für den Rückbau, wie die Planer das korrekt nennen, gibt es nämlich mehrere Konzepte. „Wir werden von beiden Seiten mit Baggern beginnen“, erklärt Stephan Pütz, der bei der Bema für das Projekt verantwortlich ist. Eine Sprengung des 1955 erbauten Hauses aber werde es wohl nicht geben.

Eine Gefahr ist das Gebäude an sich aber nicht: „Ein Statiker hat festgestellt, dass Haus Westland vollkommen stabil steht und nicht einsturzgefährdet ist“, sagt Stephan Pütz. Derzeit wird der Abriss mit unterschiedlichen Vorarbeiten vorbereitet. In Fußböden im Inneren hat es Testbohrungen gegeben, um Genaueres zur Bausubstanz zu erfahren.

Ein Artenschützer ist laufend in dem Gebäude unterwegs, um festzuhalten, ob Tiere sich im oder am Gebäude aufhalten oder sogar nisten, was wiederum Konsequenzen für die Neubauten hätte. „Es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass etwa der Turmfalke brütete“, sagt Manfred Henf. Zwei Arten Fledermäuse halten sich am Gebäude auf: der kleine Abendsegler und die Zwergfledermaus. „Nach meiner bisherigen Einschätzung ist das Gebäude aber dicht“, sagt Henf. „Es gibt bisher keine nachgewiesenen Quartiere im Gebäude.“

Eine Reportage vom Rundgang durch das leere Haus Westland lesen Sie hier.

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