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Mönchengladbach: So sieht der Entwurf für den Garten des Arbeitslosenzentrums aus

Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach : So sieht der Entwurf für den Garten des ALZ aus

Die Fläche zwischen dem „Huma“-Gymnasium und dem Arbeitslosenzentrum soll neu gestaltet werden. Künstlerin Ruth Buchanan hat Vorstellungen von Schülern und Lehrern sowie Nutzern des ALZ einfließen lassen – und historische Zitate.

Die tribünenhafte Treppensituation beim Museum klingt an. Begehbare Skulpturen bilden Brücken in den Garten und setzten sich farbig ab vom Grün der Vegetation. Freie Grünfläche lässt Raum für unterschiedliche Nutzung, ein offener Pavillon ist Zentrum sozialer Aktivitäten und markiert über Stufen einen weiteren Zugang. So könnte nach Ruth Buchanans skulpturalem Entwurf für eine Öffnung des Gartens das Grundstück zwischen dem Stiftischen Humanistischen Gymnasium und dem Arbeitslosenzentrum (ALZ) aussehen.

Beide Gruppen haben Zugang und wollen gemeinschaftlich die nachbarschaftliche Öffnung am Abteiberg voranbringen sowie den verwilderten Garten gestalten. Der soll ein Geschenk an die Stadt werden. Die Beteiligten sind Auftraggeber für eine Neugestaltung beim Projekt nach dem Protokoll der „Neuen Auftraggeber“. Das Netzwerk bringt Bevölkerung und Künstler in Mönchengladbach zusammen mit dem Ziel, gemeinsame Projekte anzustoßen.

Kathrin Jentjens begleitet als Mediatorin vor Ort den langen Prozess von der Idee bis zur Gestaltung. Sie kontaktierte die in Berlin lebende neuseeländische Künstlerin Ruth Buchanan für eine Kooperation. „Themen und Wünsche der Menschen sollen aufgenommen und in ihrer Dringlichkeit künstlerisch übersetzt werden. Über den Dialog kann sich auch die künstlerische Form des Ausdrucks ändern“, sagt Jentjens.

Mit Buchanan fand sie eine Künstlerin, die sich die Auswirkung einer Umgebung auf das eigene Handeln zum Thema gemacht hat. Die 1980 in New Plymouth geborene Neuseeländerin führte zahlreiche Gespräche mit ihren Auftraggebern, also mit Schülern und Lehrern des Gymnasiums sowie Mitarbeitern und Nutzern des ALZ. Die Künstlerin suchte den Dialog mit Beschäftigten der Stadt, machte sich mit dem betroffenen Terrain sowie mit der städtebaulichen Entwicklung am Abteiberg und schließlich mit Mönchengladbachs Historie vertraut. Am Abteiberg vorgefundene Brücken, die geschlossen sind, deutet sie um in Brücken, die einen Bogen schlagen und „physische Manifestationen des Zusammenkommens“ sind. Der gelbe Schwefelfarbton einer Brücke erinnert zum Beispiel an ein Pigment aus der Sammlung des Textil-Technikums und indirekt auch an die historischen Bleichwiesen am Standort.

„Dieser Entwurf würde auf keinen anderen Ort passen. Buchanan hat ihre Sprache auf die spezifische Situation in Mönchengladbach angewandt“, kommentiert Gerrit Gohlke Architekturzitate und Farbsymbolik. Der Leiter Regionalentwicklung der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber betont Buchanans Erfahrung mit Zusammenhängen, die oft eher intuitiv erfahrbar sind.

Der Plan steht. Für die finanzielle Durchführbarkeit müssen Fördergelder beantragt und um private Unterstützung geworben werden. Die Beteiligten erkennen einen Vorteil im Wohlwollen der Verwaltung für das Projekt. Gohlke und Jentjens sind überzeugt, dass die Umsetzung für die Stadt eine Bereicherung bedeutet. Der Jonas Park würde um das Ensemble erweitert.