Mönchengladbach: So schlimm ist der Zustand der Bahnhöfe

Stationsbericht 2017: Hauptbahnhof Mönchengladbach - es geht noch schlimmer

Beschmierte Sitzbänke, zerschlagene Scheiben und ein Tretminenfeld aus Zigarettenstummeln: Die Liste mit Mängeln an Mönchengladbachs Bahnhöfen ist lang.

Mönchengladbach-Lürrip heißt der Verlierer unter den städtischen Bahnhöfen. Besonders in puncto Sauberkeit und Graffiti schneidet die Station schlecht ab. Wer dort schon einmal auf den Zug gewartet hat, kann bestätigen: Es ist schwierig, einen Quadratmeter Wand zu finden, der nicht mit Farbe beschmiert ist. Sogar die Glasscheibe der Fahrplan-Anzeige ist angesprüht - die Abfahrtszeiten kann man nicht mehr erkennen. "Verbeulte Schilder und Absplitterungen an den Sitzbänken haben zu Abzügen geführt", sagt VRR-Pressesprecherin Sabine Tkatzik.

MG-Rheindahlen hat die mittelmäßige Bewertung hauptsächlich dem Müll zu verdanken. Der Bahnhof hat zwar nur ein Gleis, dafür aber gleich mehrere Müllhalden: in der Rasenfläche entlang des Fußwegs, im und um das Wetterschutzhäuschen herum sowie im Gleisbett.

Rheydt Hauptbahnhof habe erhebliche Mängel und müsse dringend verbessert werden, lautet das Fazit des VRR. Dabei zieht besonders die Personenunterführung die Noten herunter: Dort sieht der Bahnfahrer abblätternde Farbe an der Decke, defekte Leuchten, Vandalismusschäden und Graffiti. Einzig und allein die Funktion des Bahnsteigs wird als akzeptabel eingestuft.

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Rheydt-Odenkirchen wurde auch in den vergangenen Jahren als nicht akzeptabel eingestuft und bleibt seiner Linie weiter treu. Die Überdachung aus Spanplatten im Zugangsbereich macht einen verfaulten Eindruck, ein Bahnsteig, überdeckt mit Zigarettenstummeln, komplementiert das negative Bild. Die Glasscheibe aus der Fahrplan-Tafel wurde zerschlagen. Das Innenteil dient nun als Ablagefläche für benutzte Taschentücher und Kronkorken.

Wickrath erhielt zusätzliche Abzüge für die Graffiti am leerstehenden Bahnhofsgebäude, das aber nicht Eigentum der Deutschen Bahn ist. Aber auch sonst kann die Station wenig punkten. Auf den Sitzbänken möchte niemand Platz nehmen, so viel Müll wurde dort abgeladen. Der Zugang zum Bahnsteig wurde als akzeptabel bezeichnet. Alles andere wäre auch erstaunlich. Vom Parkplatz bis zum Gleis sind es keine zehn Meter.

MG-Hauptbahnhof ist eine Station, die in der Regel mit Begriffen wie "dreckig" oder "peinlich" assoziiert wird. Umso überraschender die positive Bewertung. Besonders gute Noten gab es für die Sauberkeit und die Funktion des Zugangs, Abzüge allein für Graffiti und die Sauberkeit der Bahnsteige. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zeigte sich sehr erstaunt über die Bewertung. Umso mehr, als er aktuell den Vorsitz im VRR-Verwaltungsrat innehat und sich bei der Bahn AG wegen der mehrfachen Sanierungsverzögerung beim Hauptbahnhof in einem offenen Wut-Brief beschwert hat. "Wie müssen dann erst andere Bahnhöfe aussehen?", fragt Reiners. Er werde die Spitze des VRR mit entsprechenden Fotos konfrontieren und eine Erklärung verlangen, so der Rathaus-Chef. Auch bei der Sitzung des VRR-Kontrollgremiums in zwei Wochen werden die Studie und die zugrundeliegenden Kriterien auf der Tagesordnung stehen. "Ich hoffe nicht, dass die Bahn sich jetzt auf die positive Bewertung zurückzieht." VRR-Sprecherin Tkatzki sagte auf Anfrage: "Es wurden durchaus Verschmutzungen und eingeschränkte Funktionen festgestellt. Diese führten aber nicht zu einer maßgeblichen Abwertung."

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(RP)