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Mönchengladbach: So klappt Schwimmen im Volksbad unter Corona-Bedingungen

Bäder in Mönchengladbach : Die Freischwimmer

Seit dem Wochenende können die Gladbacher im Volksbad wieder schwimmen. Die neuen Hygienevorschriften wurden gut angenommen. Am ersten Tag waren 163 Badegäste da – die meisten hatten lange auf den ersten Sprung ins Wasser gewartet.

Vor dem Eingang sind Markierungen auf den Boden geklebt, die dafür sorgen, dass die Besucher beim Anstehen den Abstand einhalten. Tickets können nicht vor Ort gekauft werden, sondern müssen schon vorher online bestellt werden. An der Kasse werden dann nur schnell die Barcodes auf den Smartphones gescannt und im Nu sind die Besucher im Freibad. „Durch das System wissen wir genau, wer ins Wasser springt, und es geht super schnell. Heute Morgen konnten wir 25 Leute innerhalb von anderthalb Minuten rein lassen“, erzählt Badleiter Dieter Aßing nach dem Start am Samstag. So werden also Menschenschlangen vor der Kasse vermieden und zudem kommen die Kassierer nicht mit Bargeld in Berührung.

Die NEW eröffnete das Volksbad am Samstag und nutzte damit die vom Land gegebene Erlaubnis in der Corona-Krise, und die ersten Schwimmer kamen trotz gar nicht mal so guten Wetters. Im Freibad stehen an mehreren Stellen Schilder, die die Besucher auf die Regeln aufmerksam machen: Es müssen zwei Meter Abstand gehalten werden, in geschlossenen Räumen herrscht Mundschutzpflicht und die Duschen sind gesperrt.

Bis zu 800 Badegäste dürfen zwischen 10 und 14 Uhr ins Freibad. Dann wird eine Stunde lang alles gereinigt und desinfiziert: „Es ist beispielsweise wichtig, dass die Handläufe an Rutschen und Sprungtürmen desinfiziert werden“, erklärt Aßing. Auch die Umkleiden und Toiletten werden gereinigt. Von 15 bis 19 Uhr dürfen dann noch einmal 800 Besucher herein. Bei 20 Grad und wolkigem Himmel ist das Potential am ersten Tag noch nicht ausgeschöpft. Im Freizeitbecken planschen ein paar einzelne Badegäste. Im Sportbecken ist dagegen schon etwas mehr los. Hier fällt schnell auf, dass etwas anders ist als sonst: Es sind jeweils zwei Schwimmbahnen von den anderen abgetrennt und mit Geschwindigkeitsangaben beschildert. Die Schwimmer haben die Wahl zwischen 50, 100 und 130 km/h. Die Sportler schwimmen im Uhrzeigersinn auf der einen Bahn in die eine Richtung und auf der anderen wieder zurück.

„Ich gehe regelmäßig Schwimmen, und das hat mir in den letzten Wochen wirklich gefehlt. Die neuen Regeln werden sich schnell einspielen“, erzählt Schwimmer Thomas Rex (56). Auch Ironman-Triathlet Michael Fritz (63) freut sich, endlich wieder trainieren zu können: „Wir haben uns schon vorher mit mehreren Leuten verabredet, um heute zu schwimmen. Ich habe zwar Ersatztraining gemacht, als das Schwimmbad zu war, aber das ist nicht das Gleiche.“

Noch etwas ist auffällig: Die Strandkörbe und Liegen können nicht ausgeliehen werden. Zudem sind auch die Volleyballplätze gesperrt und die Netze abgehangen, da der Abstand nicht gewährleistet wäre. Dieser muss natürlich auch im Wasser eingehalten werden. Außerdem stehen den Badegästen weniger Spinde zur Verfügung. Einige sind zugesperrt, um den Abstand zwischen den Benutzern der übrigen Spinde zu gewährleisten. Um sicher zu gehen, dass alle die Vorschriften befolgen, sei auch mehr Personal vor Ort, das dies kontrolliere, so Aßing.

Am ersten Tag verläuft aber alles ruhig, auch wegen des nicht unbedingt sommerlichen Wetters und entsprechend geringer Besucherzahl. Dieter Aßing zieht ein positives Fazit: „Es hat alles super geklappt, vor der Pause haben auch alle Besucher nach der Durchsage gehorsam das Bad verlassen.“ 163 Leute besuchten am ersten Tag der Eröffnung das Volksbad. Bei einer Fläche von 60.000 Quadratmetern sollte das Abstandhalten aber auch bei mehr Besuchern kein Problem werden, meint Aßing: „Wir haben wirklich alles Erdenkliche getan und ich glaube, dass es so funktionieren wird.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schwimmen unter Corona-Bedingungen im Freibad Volksgarten