Arzt und Apotheker berichten So klappt es mit dem E-Rezept in Mönchengladbach

Mönchengladbach · Seit Anfang dieses Jahres hat die rosafarbene Papier-Verordnung von Medikamenten für alle gesetzlich Versicherten ausgedient. Patienten erhalten nun Verschreibungen für Arzneimittel in elektronischer Form. Ein Arzt und ein Apotheker berichten vom Umgang mit dem neuen Format.

 Ein Mitarbeiter einer Apotheke liest die Gesundheitskarte seines Kunden ein.

Ein Mitarbeiter einer Apotheke liest die Gesundheitskarte seines Kunden ein.

Foto: dpa/Fabian Sommer

Das elektronische Rezept, kurz E-Rezept, hat Einzug ins Gesundheitswesen gehalten. Dabei stellt der Arzt seinem Patienten ein Rezept mit dessen elektronischer Gesundheitskarte (eGK) aus. Die Verordnung wird am Praxiscomputer eingegeben und im Datennetz des Gesundheitswesens, einer sogenannten Cloud, gespeichert. Der Patient kann sein E-Rezept dann per Gesundheitskarte in der Apotheke einlösen. Dazu wird die Karte dort in ein Lesegerät gegeben und die Rezeptdaten aus der Cloud abgerufen. Übrigens: Patienten müssen nur bei ihrem ersten Rezeptwunsch in einem neuen Quartal mit ihrer Gesundheitskarte in die zuständige Praxis gehen. Jedes weitere Rezept in diesem laufenden Quartal kann dann telefonisch bestellt werden.

Für den Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein in Mönchengladbach und niedergelassenen Gastroenterologen, Arno Theilmeier, läuft die elektronische Rezeptabwicklung auch im zweiten Quartal ihrer flächendeckenden Einführung eher holprig. Viele seiner Patienten wüssten zunächst nicht, was eine Cloud sei. Und Geduld sei bei Patienten gefragt: „Es gibt keine festen Wartezeiten zwischen dem Hochladen des Rezepts in die Cloud und dem Abholvorgang in der Apotheke“, so der Arzt. Er empfehle seinen Patienten, erst am Folgetag E-Rezepte einzureichen, da es bei der Datenübermittlung beim zuständigen Anbieter teils hake.

Auch der Pressesprecher der Mönchengladbacher Apotheken, Dirk Lammert, räumt ein: „Die ersten Anlaufschwierigkeiten konnten wir meistern, wenngleich Störungen hin und wieder auftreten.“ Das neue Format laufe dann „so weit reibungslos, wenn alles richtig verordnet, alles lieferbar und keine Änderungen erforderlich seien. Im anderen Fall ist wieder Rücksprache mit der Praxis erforderlich, die das Rezept erst ändern muss“, erklärt Lammert. Was dann wiederum zu weiteren zeitlichen Verzögerungen führen könne.

(sjo)
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