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Mönchengladbach: So entstand der Orden des Prinzenpaars

Gefertigt in Bonn : Der Orden der Prinzen

Fast 1500 Männer und Frauen werden das gute Stück nach der Karnevalssession ihr Eigen nennen können: So viele Exemplare seines Ordens hat das Prinzenpaar Axel I. und Niersius Thorsten prägen lassen. Die Arbeit haben sie im Auge behalten.

Kluge Regenten überlassen wenig dem Zufall. So hat es daher auch das Mönchengladbacher Prinzenpaar Axel I. und Thorsten Niersius gehalten, als es um eine Sache ging, die in seiner Karnevalssession nicht fehlen darf: der Orden des Prinzenpaars. Der ist schließlich keine Massenware und wird nicht jedem Angehörigen des närrischen Volkes zuteil. 1500 Stück ist die Auflage, die das Paar prägen ließ. Bis auf wenige Exemplare, die zur Erinnerung und für die Nachwelt aufbewahrt werden, soll das Edel-Metall auch verteilt werden.

Die Gestaltung des Ordens ist eine Gelegenheit, kreativ zu sein und eine individuelle Note zu zeigen. Und darum haben sich die beiden Ordens-Herren schon im Frühjahr 2019 Gedanken über die Gestaltung gemacht. „Mit diesen Ideen ging es dann in die Geburtsstadt von Prinz Niersius Thorsten, nach Bonn“, war vom Prinzenhof zu vernehmen. In der Bundesstadt residiert nämlich die Orden Bley GmbH, in deren Hände die Mönchengladbacher die Ordensproduktion legten.

Was ist auf dem Orden zu sehen? Thorsten Neumann zählt auf:

„A) das diesjährige Karnevalsmotto: „Gladbachs jeckes Narrennest“,

B) die Stadtkulisse, ergänzt um das Monforts Quartier und den Hugo Junkers Hangar, die zwei Locations der Prinzen,

C) das Hobby von Prinz Axel I. - eine Straßenbahn (konkret der Triebwagen 26, der derzeit restauriert wird und dann in Mönchengladbach ausgestellt wird),

Das Prinzenpaar bewies Liebe zum Detail und ließ sich jeden Arbeitsschritt erklären. Foto: Denise Brenneis

D) das Hobby von Prinz Niersius Thorsten – für das Kochen, ein Schneebesen und ein Kochlöffel,

E) die Gardesterne beider Garden (Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach und Große Rheydter Prinzengarde),

F) glitzernde Steine, für jede Karnevalsgesellschaft in der die beiden sind, ein Stein,

G) ein rotes Ausrufezeichen – das Zeichen für das Unternehmen beider Prinzen (noi! Event & Catering)“.

Am Anfang der Operation standen Bleistiftskizzen, die technische Reinzeichnung erfolgte auf einem Computer.

Wie sehr der Orden den beiden Prinzen am Herzen liegt, zeigt ihre Hingabe ans Detail. „Zweimal gingen noch Mails mit Kleinigkeiten der Anpassung hin und her – und der Orden, so wie er heute verliehen wird, war graphisch fertig und von den zwei Prinzen abgenommen“, berichtet Neumann. Die beiden ließen es sich aber auch nicht nehmen, die Fertigungsstätte zu besuchen und sich selbst ein Bild von deren Arbeitsweise zu machen.

Foto: Thorsten Neumann. Foto: Neumann

Deshalb kann das Prinzenhaus auch detailliert beschreiben, wie ihr Orden zustande gekommen ist. Die technische Reinzeichnung gelte als Grundlage für die Werkzeuge, die von Hand für alle Teile als Negativ in Stahl graviert werden: „Handarbeit ist eine Grundvoraussetzung in Sachen Ordensherstellung!“

Das fertige Werkzeug wurde gehärtet, denn es muss beim Prägen tonnenschweren Druck standhalten. Rohlinge wurden gefertigt, von Hand entgratet und geschliffen. „Dies ist bei jedem Teil besonders wichtig, damit keine scharfen Kanten stehen bleiben“, sagt Neumann. Klar, welcher Prinz will einen seiner jecken Untertanen schon mit seinem Orden verletzen?

Der Ordensrohling wird in elektrolytischen Bädern galvanisch „veredelt“. Jedes Teil erhält seine Grundfarbe. Neumann weiß: „Meistens werden die Rohlinge vergoldet oder auch auf alt getrimmt, wie Alt-Silber oder Alt-Gold, sprich Bronzefarben. Im speziellen Fall war es dann Alt-Silber.“

Ist der Rohling veredelt, wird er von Hand bemalt. Anschließend wird die Farbe eingebrannt.

Doch damit ist womöglich noch immer nicht genug der Mühen, sofern der Orden noch mit Strass-Steinen verziert werden soll. Zum Schluss kommt noch ein Halsband an das gute Stück – das macht den Akt der feierlichen Verleihung erheblich praktikabler.

Bliebe noch der Transport nach Mönchengladbach. Aber den hat das Prinzenpaar auch nicht einfach aus der Hand gegeben. Das Duo holte die kostbaren Stücke höchstpersönlich in Bonn ab.

Was sie zuvor schon mal als Probestück gesehen hatten, machte sie schon neugierig. Die dann endlich verfügbare große Menge fertiger Orden zu sehen, habe sie „schon sehr stolz“ gemacht, berichten die Prinzen.