Mönchengladbach: Sechs Jahre Haft nach brutaler Altstadt-Prügelei

Urteil in Mönchengladbach : Sechs Jahre Haft nach brutaler Altstadt-Prügelei

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Besitzes von Drogen hat die 7. Große Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts einen 25-jährigen Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte der Angeklagte zunächst hartnäckig geschwiegen.

Erst am Ende hatte er sich zu einem Geständnis durchgerungen und dabei beteuert, dass er das Opfer nicht töten wollte. Dabei ging es um eine brutale Prügelei in der Gladbacher Altstadt.

.Am 27. Mai 2018 hatte an der Waldhausener Straße  alles harmlos angefangen. Dabei begegneten sich zwei Gruppen. Mit der einen war der Angeklagte unterwegs, mit der anderen ein junger Mann, der – obwohl bei der Begegnung eigentlich eine Randfigur – wenig später zum Opfer werden sollte. Dann gab es Streit zwischen den Gruppen. Besonders aufgebracht und aggressiv sei der Angeklagte aufgetreten, erinnerten sich mehrere Zeugen. Das Opfer erhielt von dem 25-Jährigen einen Schlag und  stürzte dadurch mit dem Hinterkopf auf  das Kopfsteinpflasterne. Auch davon ließ sich der Angeklagte nicht bremsen. Er habe den 32-Jährigen mit voller Wucht mit dem Fuß gegen den Kopf getreten, so die übereinstimmenden  Zeugenaussagen. Das Opfer habe aus dem Mund geblutet und eine Schädelprellung sowie eine schwere Gehirnerschütterung  erlitten.

Die Staatsanwältin hatte für den 25-Jährigen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung eine Gesamtstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten Haft gefordert. Der Angeklagte habe das Opfer hilflos liegen gelassen.  Im Plädoyer hatte sie erwähnt, dass der 25-Jährige bereits vor einem Jahr wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden  war.

Doch das Schwurgericht schloss sich am Ende dem Antrag der Staatsanwältin nicht an. Ein Tötungsvorsatz ließe sich am Ende dem Angeklagten nicht nachweisen, hieß es in der Urteilsbegründung des Schwurgerichts. Allerdings habe sich der 25-Jährige auch nie entschuldigt. Das Opfer habe bei dem Sturz weder knöcherne Verletzungen noch eine Platzwunde erlitten, so wurde der Urteilsspruch wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht wegen versuchten Totschlags begründet.

Gleichwohl muss der Schläger wegen gefährlicher Körperverletzung für sechs Jahre hinter Gitter. Schließlich habe er nicht irgendwohin getreten, sondern mit Wucht und gezielt gegen den  Kopf, hieß es in den Zeugenaussagen. Am Ende habe das Opfer an Gehörverlust, an Gedächtnislücken  und Kopfschmerzen gelitten, so die  Urteilsbegründung.

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