Mönchengladbach: Schulfest in Rheydt

Schulfest in Mönchengladbach: Als die Kinder noch Gummitwist spielten

Die Evangelische Grundschule Pahlkestraße feierte ihren 50+1. Geburtstag mit einem Schulfest.

Heliumballons so lange festzuhalten, bis das Kommando zum Loslassen ertönt, ist für Grundschüler zugegebenermaßen schwierig. Deshalb machen sich auch schon einige Ballons zu früh selbstständig und steigen in den blauen Himmel über Rheydt auf. Aber die große Mehrheit der Kinder schafft es, ihren Ballon zu bändigen, bis ihre Klasse an der Reihe ist, um die bunten Ballons auf die Reise zu schicken. Ein Geburtstagsgruß der Evangelischen Grundschule Pahlkestraße, die ihr Jubiläum mit einem Sport- und Spielfest feiert.

Warum es sich um den fünfzig und ersten Geburtstag handelt, erklärt Schulleiterin Gabriela Ferfers-Weitz den vielen Schülern, Eltern und Gästen, die sich auf dem Schulhof versammelt haben: „1967 zog die evangelische Volksschule an diesen Standort, erst 1968 wurde daraus die evangelische Grundschule.“ Die damals noch nicht Pahlkestraße hieß, weil die vorbeiführende Straße noch einen anderen Namen trug, nämlich Bettenmeerstraße. Der erste Rektor der Schule war Hans Segschneider. Er ist heute 96 Jahre alt, gehörte zu den geladenen Gästen, konnte aber, wohl aufgrund des schwülen Sommerwetters, nicht teilnehmen.

Schade, sonst hätte er sehen können, wie die bunte, multikulturelle Schülerschar fröhlich die alten Kinder- und Schulhofspiele der 60er-, 70er- und 80er-Jahre für sich wiederentdeckte. Gummitwist und Sackhüpfen, Dosenwerfen und Himmel und Hölle, Eierlaufen und Kegeln – Die Schüler mit ihren gelben Laufkarten waren mit Feuereifer bei der Sache. Jede Klasse hatte eine Station vorbereitet.

Bei der herrschenden Hitze war das Schießen mit Wasserspritzen besonders beliebt. Auf der Bühne zeigten derweil die Ogata-Kinder ihre beeindruckende Kunstfertigkeit im Tanzen und Trommeln.

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Mehr als 300 Kinder aus rund 23 Nationen besuchen die Evangelische Grundschule Pahlkestraße heute. „Wir haben drei Ogata-Gruppen, könnten aber gut eine vierte aufmachen, für die wir momentan noch keinen Platz haben“, erklärt Gabriela Ferfers-Weitz. Die Schülerzahl an der Grundschule im Herzen Rheydts bewegte sich im Laufe der Jahre auf und ab.

In den Anfangszeiten, als noch zusätzliche türkische Vorbereitungsklassen eingerichtet wurden, lag die Klassenstärke bei etwa 40 Schülerinnen und Schülern. In Spitzenzeiten wurden bis zu 600 Kinder unterrichtet. Später sank die Bevölkerungszahl und die Vorbereitungsklassen wurden aufgelöst: zwanzig Jahre nach ihrer Gründung hatte die Schule nur noch 200 Schüler und eine durchgängige Zweizügigkeit.

Heute ist die Schule wieder durchgängig dreizügig und hat ein Kollegium von zwanzig Lehrerinnen und Lehrern. Was macht die Schule heute aus? „Vieles hat sich schulisch und gesellschaftlich verändert, aber unsere multikulturelle Vielfalt mit einem toleranten wertschätzenden Menschenbegriff ist geblieben“, erklärt die Schulleiterin das Leitbild der Schule.

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