Mönchengladbach: Schulen auf Weg in digitale Zukunft

Schulausschuss : Gladbacher Schulen auf dem Sprung in die digitale Zukunft

Die Stadt hat einen Medienentwicklungsplan für die Jahre 2019 bis 2023 erstellen lassen. Dieser zeigt, wie die IT-Infrastruktur der 86 Schulen systematisch erneuert werden kann. Noch ist die Finanzierung allerdings unklar.

Die Diskussion über die Digitalisierung der Schulen ist, wie Schuldezernent Gert Fischer im Schulausschuss feststellt, eher hysteriebesetzt als strukturiert. Technische und inhaltliche Fragen werden vermischt, zwischen den technischen Möglichkeiten und der pädagogischen Sinnhaftigkeit wird nicht unterschieden. Umso besser, dass sich die Stadt zu einem strukturierten Vorgehen entschlossen hat und einen Medienentwicklungsplan für die Jahre 2019 bis 2023 durch ein externes Beratungsbüro erstellen ließ. Nun liegt ein Entwurf vor, der aufzeigt, wie die IT-Infrastruktur der 86 Schulen der Stadt in den nächsten Jahren systematisch erneuert werden kann.

Die Ausgangslage ist erst einmal gut. „Mönchengladbach ist beispielgebend für Nordrhein-Westfalen“, stellt Detlef Garbe, dessen Büro den Plan erstellt hat, fest. Denn die Stadt hat begonnen, die Schulen an das Glasfasernetz anzuschließen. 52 von 86 Schulstandorten sind bereits angebunden. Der Rest soll bis Ende 2019 folgen. Damit sind die grundlegenden Voraussetzungen für einen schnellen Internetzugang geschaffen. Aber: „Glasfaser bedeutet noch nicht Breitband im Gebäude“, sagt Garbe. Im Gebäude muss sinnvoll verkabelt, ein W-Lan  mit verschiedenen Zugangspunkten  geschaffen werden. Es werden getrennte Datennetze für die Schulverwaltung und für die pädagogische Nutzung durch Lehrer und Schüler benötigt. Das alles kostet Geld. Etwa 3500 Euro pro zu vernetzendem Raum. Bei mehr als 1100 Räumen sind das rund 3,9 Millionen. Hinzu kommt der W-Lan-Ausbau, der knapp 1,4 Millionen Euro kosten wird. Auch die EDV-Ausstattung muss erneuert werden. Es sind zwar Computer vorhanden, aber die sind unterschiedlich alt. Die Planer empfehlen einen konsequenten Austausch. „Fünf Jahre und dann raus“, sagt Garbe. „Sonst wird die Wartung viel zu teuer.“ Sinnvoll sei ein Gerät pro fünf Schüler und eines auf zehn Lehrer.

Zur technischen Ausstattung der Schulen, für die die Stadt als Schulträger verantwortlich ist, gehört auch die Präsentationstechnik. Bald soll Schluss sein mit Overheadprojektoren, die erst herangeschafft werden müssen. Jeder Raum soll über Beamer verfügen. 5,27 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Allein für die Investitionen sind rund 17 Millionen Euro nötig.

Für die Finanzierung des Ganzen sollen unter anderem Fördertöpfe des Bundes angezapft werden. Wie hoch die Zuschüsse sein werden, ist noch offen. Darum ist der Medienentwicklungsplan ausdrücklich ein Entwurf. Beschlüsse sollen erst in den Haushaltsberatungen im Herbst gefasst werden.

(arie)