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Mönchengladbach: Schüler des Berufskollegs Volksgartenstraße besuchten die Ausstellung "Justiz im NS-Regime" im Landgericht

Mönchengladbach Unterricht im Landgericht : Berufsschüler bekamen Einblick in NS-Justiz

Die Wanderausstellung „Justiz im NS-Regime“ ist derzeit in Mönchengladbach zu sehen. Was die Jugendlichen des Berufskollegs Volksgartenstraße an der Ausstellung im Landgericht bewegte.

Der Vormittag im Amts- und Landgericht sollte elf Schülern des Berufskollegs Volksgartenstraße Einblick in die Arbeit eines Strafrichters geben. Zur Vorbereitung besuchten sie bei dieser Gelegenheit die Wanderausstellung „Justiz im NS-Regime“ im Foyer des Landgerichts. Die von der Dokumentations- und Forschungsstelle der Justizakademie konzipierte Präsentation thematisiert die unrühmliche Rolle der Justiz während des Nationalsozialismus. Sie ist ergänzt um lokale Bezüge zu Mönchengladbacher Gerichten in jener Zeit.

Thematisiert werden ebenso die Aufarbeitung und damit verbundene Versäumnisse in der Nachkriegszeit. Im Gericht erhält das hier zu lesende Zitat aus dem Urteil des Nürnberger Juristenprozesses besonderes Gewicht: „Der Dolch des Mörders war unter der Robe des Juristen verborgen“, heißt es da. „Sie sehen hier, wie Recht ausgehöhlt wurde und die Justiz Mitläufer war. Es gab kein Aufbäumen, das galt auch für Mönchengladbach“, sagte Pressesprecher und Richter Justus Waßenberg zu den Gästen. In Mönchengladbach seien keine schweren Anschuldigungen wie angeblicher Volksverrat verhandelt worden. Doch auch hier seien Menschen wegen des Vorwurfs der „Rassenschande“ verurteilt worden, sagte Waßenberg. Zur Einführung hörte die Gruppe aufmerksam und schweigend zu, ehe sie sich den Schautafeln zuwandte. Er finde es wichtig, dass die Berufsschüler im dualen Studium dank der Ausstellung über den üblichen Besuch des Landgerichts hinaus Einblicke in den geschichtlichen Aspekt gewinnen könnten, sagte Lehrer Tobias Plog.

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Schüler Philipp van der Wielen bekannte, es sei schon bedrückend zu sehen, wie im „dritten Reich“ das Recht den Vorstellungen des Nationalsozialismus entsprechend „verdreht“ wurde. Die Ausstellung sei im Landgericht thematisch und publikumswirksam sehr gut aufgehoben. „Hier kommen viele Leute hin, und so sind sie eingeladen, sich mit der Zeit auseinanderzusetzen“, sagte der 19-Jährige. „Ich finde gut zu erfahren, was hier in dieser Stadt geschehen ist“, sagte Jule Gipmann. Die Schülerin fühlt sich zwar recht gut informiert über die Zeit des Nationalsozialismus. Sie habe aber diesen Aspekt in Verbindung mit den Stellungnahmen so bisher nicht kennengelernt, erzählte die 20-Jährige.

Die Präsentation rufe in ihm Erinnerungen wach an die Geschichten, die er von seinen Großeltern kenne, sagte Jimmy Isaac. „Wir haben in der Schule schon oft über das Thema gesprochen. Es ist traurig und nimmt einen mit, erst recht, wenn man Menschen kennt, die im Krieg und in der Nachkriegszeit aufgewachsen sind“, fasste der 22-Jährige seine Gefühle zusammen. Aber nicht nur der Rückblick in die dunkle Zeit bewegte Isaac. Er hob auch die Entwicklung zur erneuten Rechtsstaatlichkeit auf dem Boden der Verfassung hervor. Das sollte doch optimistisch stimmen.