Mönchengladbach: Schrotthändler-Demonstration in Innenstadt mit 70 Lkw

200 Menschen und 70 Lastwagen: Schrotthändler demonstrieren in Mönchengladbach

Mit rund 200 Teilnehmern und 70 Lastwagen sind Schrotthändler aus ganz Deutschland am Freitag durch Mönchengladbach gezogen. Wegen der Demonstration in der Innenstadt kam es am Nachmittag zu kleineren Verkehrsbehinderungen.

Die Schrotthändler trafen sich um 11 Uhr am Kirmesplatz an der Saumstraße zu einer Auftaktkundgebung. Um 13 Uhr zogen sie durch die Innenstadt von Mönchengladbach, wie die Polizei berichtet. Gegen kurz nach 15 Uhr seien sie am Platz der Kundgebung angekommen. Der Protestzug wurde vom Veranstalter mit dem Thema „Schrotthändler wehren sich gegen das Abfallwirtschaftssystem“ angekündigt.

Mit der Demonstration wollen die Schrotthändler auf ihre Situation aufmerksam machen. Sie kritisieren verschärfte Auflagen für ihre Branche, die mit Umweltschutz begründet werden. Die Schrotthändler werfen den Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetrieben (MAGS) vor, verstärkt Kontrollen mit der Polizei durchzuführen. Dadurch seien sie in ihrer beruflichen Existenz bedroht.

„Das bedeutet das Ende der kleinen Schrotthändler“, befürchtet Josef Boxbücher. Der Schrotthändler aus Mönchengladbach hat die Demo organisiert. „Wir werden kontrolliert und wenn wir Elektroschott geladen haben, müssen wir eine Strafe zahlen. Von Privatleuten dürfen wir schon seit einigen Jahren keinen Schrott mehr mitnehmen.“ Peter Hutmacher ist extra von Trier nach Mönchengladbach gekommen, um die Kollegen zu unterstützen. Auch er kritisiert die Auflagen. „Wir verdienen nichts mehr. Wir sind am Minimum angekommen: Es ist schwer, die Familie zu ernähren“, sagt der Schrotthändler. Auch Wolfgang Schmitz aus Mönchengladbach ist sauer. „Wenn das so weitergeht, werden noch mehr aufhören. Man kann die Auflagen nicht mehr erfüllen.“

Deshalb demonstrieren die Schrotthändler in Mönchengladbach
  • Prinzenpaar-Proklamation : Dirk I. und Niersia Martina regieren die Narren in Mönchengladbach

„MAGS hat im Jahr 2016 unter anderem auch die Tätigkeit der damaligen Unteren Abfallbehörde übernommen“, erwidert Pressesprecherin Yvonne Tillmanns. „Es gibt keine kommunalen Regelungen. Wir kontrollieren im Rahmen des Elektrogesetzes.“ Dieser verbietet den Schrotthändlern bundesweit den Transport von Elektro-Altgeräten. „Sonst dürfen Schrotthändler mit einer entsprechenden Genehmigung alles transportieren, was sie wollen“, sagt Tillmanns.

Zu dem Aufzug mit Kundgebungen sind laut Polizei rund 70 Lastwagen aus ganz Deutschland gekommen. Die Polizei hatte im Vorfeld erhebliche Verkehrsbehinderungen befüchtet. Am Nachmittag kam es allerdings nur zu kleineren Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Der Demostrationszug sei ohne besondere Vorkommnisse am Zielort angekommen, heißt es von der Mönchengladbacher Polizei.

Der Zugweg führte über folgende Straßen: Eickener Straße - Künkelstraße - Zeppelinstraße - Lürriper Straße - Erzberger Straße - Grevenbroicher Straße - Dohler Straße - Breite Straße - Theodor-Heuss-Straße - Korschenbroicher Straße - Breitenbachstraße - Hindenburgstraße - Krefelder Straße - Künkelstraße - Kirmesplatz Saumstraße, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schrotthändler demonstrieren in Mönchengladbach

(see/top/mba)
Mehr von RP ONLINE