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Mönchengladbach: Sanierung des Reme-Geländes wird fast doppelt so teuer

Bodenbelastung in Mönchengladbach : Reme-Sanierung wird fast doppelt so teuer

Preissteigerungen in der Entsorgungsbranche sorgen laut Stadt dafür, dass 4,5 Millionen Euro mehr fürs Sanieren des Reme-Geländes nötig werden. Von Zuschüssen aus einem Förderprogramm des Bundes muss sich Mönchengladbach verabschieden, weil der Zeitrahmen dafür nicht zu halten ist.

Der Abriss der Gebäude auf dem Reme-Gelände und die Sanierung des Bodens hat sich verzögert. Die Stadt geht derzeit davon aus, dass auf dem „Los 1“ genannten Teil des Areals Abriss und Bodensanierung in diesem Jahr beginnen könne. „Bei Los 2 und 3 wissen wir jetzt durch vertiefende Boden-Untersuchungen genauer Bescheid, was auf uns zukommt“, sagt Barbara Weinthal, Leiterin des städtischen Fachbereichs Umwelt. Genauere Details zum Sanierungsverfahren und Zeitplan sollen in der kommenden Woche vorliegen. Die Stadt geht freilich davon aus, dass die Kosten für Sanierung und Abrissarbeiten erheblich teurer werden als ursprünglich einmal geschätzt. Die Stadt rechnet aktuell mit annähernd 8,9 Millionen Euro statt der 2010 einmal angenommenen 4,3 Millionen Euro.

Auf dem Areal, auf dem ein Wohnquartier mit renaturiertem Gladbach entstehen soll, müssen Rückstände in den Böden entsorgt werden. Die sind angefallen, weil das britische Militär in den Hallen jahrelang Panzer gewartet und repariert hat. Bevor ein Haus gebaut werden kann, müssen Altlasten wie Öle und Schmierstoffe aus dem Boden entfernt werden. Auch eine Trafostation hat Belastungen hinterlassen.

Weil die Abbruch-, Entsorgungs- und Sanierungsmaßnahmen teurer werden, sollen nun außerplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 4.540.000 Euro als Rückstellungen für die „Revitalisierung“ des Reme-Geländes gebildet werden. Diese stocken einen Betrag  von 4.334.090 Euro auf, der schon seit 2010 als Rückstellung vorhanden ist. Der Finanzausschuss des Rates hat diesen Schritt jetzt gebilligt. Er wird nach Angaben der Stadt nötig, weil es seit den allerersten, sogar bis ins Jahr 2008 zurückreichenden Kostenschätzungen „massive Preissteigerungen im Entsorgungssektor“ gegeben habe. Zudem: Die früheren Annahmen seien Schätzungen gewesen, inzwischen sei das Gelände „vertiefend untersucht“ worden, erklärte Stadtdirektor Gregor Bonin im Finanzausschuss.

Die zusätzlichen Rückstellungen von rund 4,5 Millionen Euro werden im Jahresabschluss für 2019 eingepreist. „Risikovorsorge“ nennt Kämmerer Michael Heck das. Der Jahresabschluss 2019 könne dies verkraften. Der Abschluss werde dadurch nicht negativ, sondern etwas weniger positiv, sagte Heck. Ohne diese Rückstellungen würden die Kosten den Jahresabschluss 2020 belasten – und wie gut der ausfallen wird, ist naturgemäß noch ungewiss.

Zuschüsse des Bundes nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz kann die Stadt für die Maßnahmen allerdings nun nicht mehr erwarten. Vorhaben, die aus diesem Programm unterstützt werden können, müssten bis Ende 2020 abgerechnet sein, sagt Kämmerer Heck. Dieser Termin wäre aber nicht zu schaffen. Damit ist die Finanzierung nun erst einmal Sache der Stadt. Durch die Vermarktung des Geländes erziele die Stadt aber auch Erträge, sagt Heck. Sollten sich einmal mögliche Fördertöpfe auftun, werde sich die Stadt darum bewerben.