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Mönchengladbach: Sandiger Radweg wieder ok

Radwege : Sandiger Radweg ist wieder fest

Der Sand hatte viele Radfahrer ins Schleudern gebracht. Dank des Regens sind die Wege wieder sicher.

Der Radweg entlang der Niers in der Nähe vom Schloss Rheydt ist wieder sicher befahrbar. Am 7. August hatte unsere Redaktion über Sandgruben berichtet, die durch Reparaturarbeiten an dem Weg entstanden waren – sie sind mittlerweile befestigt und bilden einen sicheren Untergrund. Zusätzlich hatte die Mags Schilder aufgestellt, die Radfahrer vor den Stellen warnen.

Der Grund für die Sandgruben lag in der Beschaffenheit der Wege. „Bei Radwegen im Forst und in der freien Landschaft sind wir verpflichtet, wassergebundene Baumaterialien zu verwenden“, erklärte Anne Peters-Dresen, Sprecherin der Mags. „Wassergebundene Materialien aber brauchen in den Anfangsmonaten zur Verfestigung sehr viel Wasser“, sagte Peters-Dresen. Daran habe es während der Hitzeperiode gefehlt. „Ab Temperaturen von 30 bis 35 Grad ist auch eine künstliche Bewässerung wenig hilfreich, da das Wasser sehr schnell wieder verdunstet.“

Die betroffenen Abschnitte seien unmittelbar vor der großen Hitzeperiode bearbeitet worden, eine regelmäßige Bewässerung sei danach nicht mehr möglich gewesen. „Wir hatten in den vergangenen Wochen alle Wasserbehältnisse zur Baum- und Pflanzenbewässerung im Einsatz“, sagte Peters-Dresen. „Dennoch haben wir versucht, durch mehrfache Bewässerung, eine Verfestigung zu bewirken. Trotz der widrigen Umstände haben sich dann zwei feste Fahrspuren gebildet, die ein gefahrloses Befahren mit Fahrrädern möglich machten“, sagte sie weiter. Erst nach dem Regen in der vergangenen Woche konnten die Wegeabschnitte abgerüttelt werden, um eine vollständige Verfestigung zu erreichen.

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Grundsätzlich aber stellt sich die Frage, wer für Unfälle auf öffentlichen Radwegen die Haftung übernimmt. „Bei offensichtlichen Schlaglöchern im Weg, hat der Unterhalter eine Verkehrssicherungspflicht. Er kann deshalb bei Stürzen durch Schlaglocheinwirkung haftbar gemacht werden“, sagte Peters-Dresen. Dennoch habe auch der Nutzer die Fahrgeschwindigkeit so anzupassen und gegebenenfalls abzusteigen, dass er nicht stürzt. „Es ist ähnlich wie mit Flächen, auf denen Glasscherben liegen: Dort fahre ich als Radfahrer ja auch nicht durch.“

Seit Jahren im Gespräch ist auch der miserable Zustand der Radwege an der Hohenzollernstraße. Im Radverkehrsnetz wird dem Abschnitt zwischen Eicken und City eine „hohe Priorität“ zugeordnet, dennoch weist er schon lange erhebliche Schäden auf: Experten bescheinigten im Masterplan Nahmobilität, der der Stadt vergangenes Jahr vorgelegt wurde, „starke Schäden, Verunreinigungen in der Oberfläche und Aufwölbungen durch Baumwurzeln“, an anderer Stelle aber auch eine viel zu starke „Einengung der lichten Breite durch Bäume“. Die Radfahrbahn hat Engstellen und weist an einigen Stellen nicht das Mindestmaß für Radwege auf: Das liegt bei 1,25 Meter, stellenweise ist der Weg nur einen Meter breit. Der Abschnitt wurde im Masterplan mit „sehr hohem“ bis „hohem“ Handlungsbedarf gekennzeichnet.

Repariert werden sollen die Radwege nicht – das wäre kaum möglich, ohne die Bäume an der Straße zu fällen. Vielmehr wird bereits seit vergangenem Jahr an einem Konzept gearbeitet, wie die Hohenzollernstraße vollständig umgestaltet werden könnte. Ein Ergebnis ist bislang nicht bekannt.

Immerhin: Im Sommer vergangenen Jahres waren Radfahrer noch durch Beschilderung gezwungen, die beschädigten Wege zu benutzen. Diese Beschilderung wurde aufgehoben. Im November wurden auf dem gesamten Abschnitt zwischen Künkelstraße und Bismarckstraße neue Schilder montiert, die vor den Fahrbahnschäden warnen.