„Mutmacher in traurigen Zeiten“ Mönchengladbacher sammeln Spenden für Erdbeben-Opfer

Mönchengladbach · Die Hilfsbereitschaft ist enorm: An vielen Stellen der Stadt werden Kleidung, Nahrung und andere Sachspenden für die Menschen in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten in der Türkei und in Syrien gesammelt.

 Die Grevenbroicher Straße ist nur einer der vielen Orte in Mönchengladbach, wo derzeit Spenden gesammelt werden.

Die Grevenbroicher Straße ist nur einer der vielen Orte in Mönchengladbach, wo derzeit Spenden gesammelt werden.

Foto: Carsten Pfarr

Der Gehweg vor der Allianz-Filiale in Hardterbroich-Pesch ist zugestellt. Dort häufen sich Kisten und Säcke, die von eifrigen Helfern in einen Transporter geladen werden. Neun dieser Wagen hat das Team um Onur Fethi Canbolat an diesem Dienstag, 7. Februar, schon gefüllt. Genug Spenden, um auch noch einen zehnten Transporter zu beladen, haben sie locker. Denn auch am Nachmittag kommen weitere Kisten und Säcke hinzu.

Canbolat hatte am Montag, direkt nach der Erdbeben-Katastrophe mit Tausenden Toten und Hunderttausenden, die ihr Zuhause verloren haben, zur Hilfsaktion aufgerufen. Von der Resonanz ist er begeistert: „Nicht nur türkische Menschen sind gekommen, auch viele Deutsche und Bürger anderer Nationen“, sagt er. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Mönchengladbacher sei ein „Mutmacher in traurigen Zeiten. Das gibt Zuversicht.“

Am Montag, 6. Februar 2023, hatte ein Erdbeben das türkisch-syrische Grenzgebiet erschüttert. Die Zahl der Todesopfer wird derzeit (Stand: Dienstag, 7. Februar, 18 Uhr) auf mehr als 6000 beziffert. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten bis zu 23 Millionen Menschen von den Folgen des Bebens betroffen sein. Es gibt unzählige Verletzte. Menschen haben ihr Obdach verloren.

Die an der Grevenbroicher Straße in Mönchengladbach vollgeladenen Transporter sind noch am Dienstag zum Flughafen oder an eine Sammelstelle in Krefeld gefahren, von wo aus die Spenden in die Türkei geliefert werden sollen, berichtet Canbolat. In der Türkei selbst würden die Güter dann dorthin verteilt, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Die Aktion in Hardterbroich-Pesch ist nur eine von vielen in Mönchengladbach. Es gibt stadtweit eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Auch an der Lürriper Straße konnte sich eine hilfsbereite Bürgerin kaum vor Spenden retten. Und das Gesundheitshilfswerk Action Medeor hat ebenfalls Hilfsaktionen gestartet.

Onur Fethi Canbolat sagt, dass er am Wochenende wieder für die Erdbeben-Opfer sammeln wird. Dann hat er einen Lkw organisiert, der die Spenden zu einem Zwischenlager in Düsseldorf bringen wird.

(capf)
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